China strebt danach, in der KI-Sphäre autark zu werden. Gleichzeitig will das Land eine führende Rolle in der Herstellung von Schlüsselkomponenten für Rechenzentren übernehmen, die notwendig sind, um Modelle zu inferieren und sie zu trainieren. Daher fallen Meldungen, wonach CXMT 10 % des weltweiten DRAM‑Marktes erreicht hat oder dass derselbe Konzern 90 % Yield bei DDR5 erzielt, immer weniger überraschend aus. CXMT ist jedoch nur ein Baustein der chinesischen Strategie, sich von nordamerikanischer Technologie zu lösen. Ein weiterer, deutlich offensichtlicher Bestandteil, ist Huawei.
KI-Beschleuniger überall
Huawei baut seit geraumer Zeit an eigener Hardware für KI-Rechenzentren. Nun, so hat Bloomberg in Erfahrung gebracht und von TechPowerUp aufgegriffen, soll das chinesische Unternehmen 160.000 Beschleuniger an DeepSeek liefern, eines der wichtigsten KI-Labore des Landes. Genauer handelt es sich um den Huawei Ascend 950DT.
Historisch gesehen war Huawei eine Vorreiterin in Netzwerktechnik und Elektronik für Endverbraucher. Aufgrund der Sanktionen der USA musste das Unternehmen seine Strategie in mehreren Bereichen neu ausrichten. Obwohl es in einigen Aspekten Rückstände gab, hat Huawei die Stellung gehalten. Nicht nur gelang es, ein eigenes Ökosystem mit HarmonyOS zu schaffen, sondern es hat auch den Blick auf weitere Schlüsselbereiche gelenkt, wie es der Bereich KI betrifft. Tatsächlich sollen die eigenen Chips des Konzerns von TSMC gefertigt werden, trotz der Beschränkungen der Vereinigten Staaten.
Was kann der Ascend 950DT?
Die Familie Ascend 950 wurde im September 2025 vorgestellt, vor genau einem Jahr. Der Chip, der, so die Quellen, DeepSeek in großen Mengen von Huawei beziehen wird, heißt 950DT. Es handelt sich um einen Chip mit bis zu 144 GB Speicher und einer Bandbreite von rund 4 TB/s. Zusammen mit dem 950DT wurde auch eine weniger potente Variante vorgestellt, mit bis zu 128 GB Speicher und 1,6 TB/s, die als 950 PR bezeichnet wird.
Beide Chips wurden vom Unternehmen als Basis für sein Ökosystem von KI-Beschleunigern präsentiert, auch wenn zu diesem Zeitpunkt auch Details zu Ascend 960 und 970 genannt wurden. Natürlich bleibt NVIDIA an der Spitze und dominiert diesen Markt mit eiserner Hand, aber Huawei macht weiter Fortschritte. Die Existenz eines lokalen KI-Labor-Ökosystems hilft zusätzlich, da man sich nicht auf den Handel anderer Länder verlassen muss, um seine Plattformen zu vermarkten. All dies stärkt zudem Chinas Strategie, alles möglichst eigenständig zu gestalten.
DeepSeek will diese 160.000 Ascend 950DT für die Inferenz im großen Maßstab nutzen. Sie plant, alle in dem gleichen Rechenzentrum in der Mongolei zu bündeln. Laut Informationen soll dieses System 160 ExaFLOPS im FP8-Format und rund 320 ExaFLOPS im FP4-Format liefern. Außerdem handelt es sich um eine Plattform mit insgesamt 23 PB HBM-Speicher, gedacht, um Millionen von Anfragen gleichzeitig zu bearbeiten.