Ein Benutzer führt einen Langzeit-Schreibtest mit einer SanDisk SSD P4 mit 64 GB durch, die 2010 auf den Markt kam. Die veröffentlichten Aufzeichnungen zeigen 9.019.993 GB vom Host-System geschrieben, eine Zahl knapp über 9 PB. Das Laufwerk reagiert weiterhin und ermöglicht es, das Experiment fortzusetzen, auch wenn es bereits Lese-Fehler ansammelt, die eine vollständige Funktionsfähigkeit verhindern.
Der Besitzer beschreibt die SSD als ein Gerät mit 16 Jahren Alter. Seine SMART-Daten erfassen auch 61.625 Betriebsstunden, was etwas mehr als sieben Jahre Laufzeit entspricht, und 1.173 Startvorgänge. Diese Zahlen stammen vom Nutzer und wurden nicht von SanDisk oder einem unabhängigen Labor überwacht.
Die 9 PB multiplizieren die spezifizierte Haltbarkeit um das 225-fache
Das technisches Handbuch, das SanDisk 2010 veröffentlicht hat, ordnet der 64-GB-P4-SSD eine Haltbarkeit von 40 TBW zu, das heißt 40 TB geschrieben. Wenn man die ca. 9.020 TB, die registriert wurden, durch diese Spezifikation teilt, ergibt sich ein ungefährer Wert von 225. Der Test hat das Volumen, für das die Einheit konzipiert war, deutlich überschritten, obwohl das TBW des Herstellers auch kein exaktes Ausfallsdatum darstellt.
Das Modell verwendete eine SATA-II-Schnittstelle mit 3 Gbit/s und wurde in Kapazitäten zwischen 4 und 128 GB angeboten. Die 64 GB mögen im Vergleich zu modernen SSDs winzig erscheinen, ermöglichen aber auch, eine größere Anzahl äquivalenter Schreiboperationen der Einheit bei einem festgelegten absoluten Volumen durchzuführen.
In diesem Fall ergeben die geschriebenen Daten geteilt durch die Kapazität ca. 140.937 vollständige Zyklen. Diese Rechnung erklärt die Zyklenzahl, die vom Nutzer verbreitet wurde, bedeutet jedoch nicht, dass jede NAND-Zelle exakt 140.937 physische Programme- und Löschzyklen durchlaufen hat. Der Controller verteilt die Schreibvorgänge auf die Zellen, und seine internen Vorgänge können von den vom Computer gesendeten Daten abweichen.
Der Gesundheitsindikator bleibt auf «Good», aber es existieren Fehler
Ein Screenshot der Diagnosesoftware zeigt den allgemeinen Zustand des SSD als «Good». Diese Bezeichnung kann irreführend sein, wenn man sie isoliert betrachtet: Der detaillierte Bericht enthält UNC-Fehler, was Daten sind, die vom System während eines Lesens nicht korrigieren konnte. Die Fehler treten im logischen Sektor 0 auf, einer besonders heiklen Zone, da sie Informationen enthalten kann, die zum Starten oder zum Erkennen einer Partition benötigt werden.
Das SSD nimmt weiterhin Operationen an, doch die Präsenz unkorrigierbarer Fehler zeigt, dass es anfängt, an Zuverlässigkeit zu verlieren. Ein günstiger SMART-Status zeigt an, dass bestimmte normalisierte Werte die vom Hersteller gesetzten Grenzwerte nicht überschritten haben. Das garantiert nicht, dass alle Sektoren lesbar sind oder dass das Laufwerk künftig neue Daten fehlerfrei speichern kann.
Es ist auch zu beachten, dass mehrere SMART-Attribute älterer SATA-Laufwerke von der Interpretation durch den Hersteller abhängen. Die globale Lektüre und die Fehlerhistorie sollten zusammen analysiert werden, insbesondere wenn das Gerät seine angegebene Haltbarkeit mehrfach überschritten hat.
Das Experiment ist bemerkenswert wegen des Schreibvolumens, das ein SSD der ersten Generation aushalten kann. Dennoch lässt sich sein Ergebnis nicht auf alle P4-Modelle übertragen oder direkt mit der Haltbarkeit moderner Modelle vergleichen, deren Controller, NAND-Speicher und Verfahren zur Berechnung des Verschleißes unterschiedlich sind.
Der SanDisk P4 arbeitet weiter, nachdem er mehr als 9 PB geschrieben hat, zeigt jedoch bereits unkorrigierbare Fehler im ersten logischen Sektor. Sein aktueller Zustand dient dazu zu beobachten, wie lange der Betrieb über die offiziellen 40 TBW hinaus verlängert werden kann, nicht dazu, sich auf eine einzige Kopie wichtiger Informationen zu verlassen.