LG bestreitet, dass seine Fernseher die Nutzer ausspionieren, und reagiert auf eine Datenschutzuntersuchung

Oscar

LG hat die Behauptungen zurückgewiesen, dass seine intelligenten Fernsehgeräte heimlich Gespräche aufzeichnen oder ihre Besitzer ausspionieren würden. Das Unternehmen hat eine Stellungnahme veröffentlicht, nachdem Gamers Nexus und mehrere Forscher die Datenerhebung, die automatische Inhaltserkennung, das Mikrofon sowie die Lokalisierung von Geräten im lokalen Netzwerk untersucht hatten.

Die Untersuchung wirft verschiedene Fragestellungen auf, die man getrennt betrachten sollte. Einige Funktionen gehören zum dokumentierten Funktionsumfang von webOS und setzen die Zustimmung des Nutzers voraus. Andere Tests wurden an modifizierten oder kompromittierten Fernsehern durchgeführt, um zu erforschen, was ein Angreifer anstellen könnte, weshalb sie nicht belegen, dass Standardgeräte regelmäßig Aufnahmen an LG senden.

LG versichert, dass das Mikrofon die Spracherkennung nur aktiviert, wenn sie freigeschaltet ist

LG erläutert, dass Fernseher nur auf ein Aktivierungswort hören, wenn der Eigentümer zuvor die Fernfeld-Spracherkennung aktiviert hat. Die anfängliche Verarbeitung von Ausdrücken wie „Hey LG“ erfolgt lokal und diese Funktion kann auch dann verfügbar bleiben, wenn der Bildschirm im Ruhezustand ist.

Wird das Fernsehgerät das Schlüsselwort erkannt, kann der weitere Ton entweder lokal auf dem Gerät verarbeitet oder an Server gesendet werden, um die Anfrage zu interpretieren. Das Unternehmen besteht darauf, dass das Standby-Mikrofon diesem Mechanismus entspricht und dass Nutzer die Funktion in den Einstellungen deaktivieren können.

Die Forscher zeigten jedoch, dass ein manipuliertes Fernsehgerät Audio aufnehmen, es offline speichern und später übertragen konnte. Dieser Test beschreibt ein mögliches Verhalten eines kompromittierten Systems. LG beharrt darauf, dass fabrikneue Fernseher Gespräche weder aufzeichnen noch kontinuierlich zu Werbezwecken übermitteln.

Die Inhaltskennung analysiert das auf dem Bildschirm Angezeigte

Fernsehgeräte verfügen über eine automatische Inhaltskennung, bekannt als ACR. Diese Technologie identifiziert Teile der dargestellten Bilder oder wiedergegebenen Tonspuren, um Empfehlungen zu erstellen, Reichweitenmessungen durchzuführen und auf Interessen basierende Werbung auszuliefern. Sie kann Inhalte umfassen, die über Apps, den Tuner oder externen Eingängen empfangen werden.

LG weist darauf hin, dass ACR optional ist und eine Einwilligung erfordert und dass die Daten gemäß den vom Nutzer gewählten Einstellungen verarbeitet werden. Die Untersuchung stellt die Klarheit des Einwilligungsprozesses sowie die Anzahl der Schritte in Frage, die nötig sind, um bestimmte Optionen zu finden oder zu deaktivieren.

Dieser Debatte ergänzt sich auch durch eine juristische Front. Der Generalstaatsanwalt von Texas (USA) reichte zuvor eine Klage gegen die Datenerhebung von LG-Fernsehern ein, einschließlich der Art und Weise, wie die Einwilligung eingeholt wird, und der Schwierigkeiten, dem Tracking zu widersprechen. Die Existenz dieser Klage beweist nicht zwangsläufig alle Anschuldigungen der jüngsten Untersuchung.

Fernseher suchen nach weiteren Geräten im lokalen Netzwerk

LG bestätigt, dass seine Smart TVs kompatible Geräte im gleichen Netzwerk erkennen können. Diese Fähigkeit ermöglicht das Auffinden von Mobilgeräten, Multimedia-Servern und Haushaltsgeräten, mit denen Inhalte geteilt oder Kontrollfunktionen aktiviert werden können.

Das Unternehmen bestreitet jedoch, dass diese Suche automatisch die gefundenen Geräte zu Werbezielpubliken macht. Es versichert außerdem, dass Sicherheitsmaßnahmen beim Informationsaustausch angewendet werden. Gamers Nexus setzt diese Fähigkeit in Verbindung mit Werbemitteln von LG Ad Solutions, in denen von Hunderten von Millionen adressierbaren Geräten die Rede ist, doch es ist nicht nachgewiesen, dass jede lokale Erkennung einzeln einem Werbeprofil hinzugefügt wird.

Was kann ein LG-Fernseher-Besitzer überprüfen

Benutzer können in webOS die Berechtigungen für Spracherkennung, ACR, personalisierte Werbung und die Verbindung zu anderen Geräten überprüfen. Das Deaktivieren einer Funktion kann Empfehlungen, Sprachbefehle oder die Integration mit nahegelegenen Geräten einschränken.

Es ist auch ratsam, Sicherheitsupdates zu installieren und die Berechtigungen nach wesentlichen Änderungen der Nutzungsbedingungen zu überprüfen. Den Fernseher vollständig vom Internet zu trennen verringert die externe Kommunikation, entfernt jedoch Online-Anwendungen und schützt nicht vor einem Angreifer, der physischen Zugriff hat oder das System bereits geändert hat.

LG hat sich verpflichtet, Transparenz und Zustimmungssteuerung bereitzustellen, doch bestehen weiterhin Unterschiede zwischen ihrer Interpretation und der der Forscher. Eine unabhängige technische Bewertung von unveränderten Fernsehern würde helfen, zu klären, welche Daten bei welcher Zusammenstellung von Einstellungen tatsächlich das Gerät verlassen.