Apple App Store-Klage über fast 1 Milliarde US-Dollar erhält grünes Licht

Oscar

Neben den Vorwürfen der Spionage seiner Mitarbeiter sieht sich Apple in Großbritannien mit einer neuen Klage konfrontiert. Das App Store-Geschäftsmodell, bei dem das Unternehmen bis zu 30 % Gebühren für App-Käufe oder In-App-Käufe erhebt, steht seit einiger Zeit im Visier der Regulierungsbehörden. Nun hat der britische Gesetzgeber grünes Licht für eine Klage gegeben, die Apple bis zu 1 Milliarde Dollar kosten könnte.

In der Klage wird Apple aufgefordert, fast eine Milliarde Dollar an britische App-Entwickler zurückzuzahlen

Der Kläger behauptet, dass die Gebühren von Apple für Zahlungen über den App Store eine wettbewerbswidrige Steuer für die Technologiebranche darstellen. Apple führt außerdem Praktiken ein, um App-Entwickler daran zu hindern, alternative Zahlungsmethoden zu fördern. Dies zwingt Benutzer dazu, immer die Zahlungsplattform des Cupertino-Riesen zu nutzen, was sich negativ auf die Preise auswirkt. Auch wenn Apple die Förderung alternativer Zahlungsmethoden zulässt, erhebt das Unternehmen für deren Nutzung eine Gebühr.

Die Klage hat das Potenzial, zu Änderungen der Gebührenpolitik und einer Rückerstattung von bis zu 785 Millionen Pfund (995 Millionen US-Dollar) an 13.000 App-Entwickler zu führen. Sean Ennis, ein britischer Professor für Wettbewerbspolitik, und Harbour Litigation Funding, ein Drittfinanzierer für Rechtsstreitigkeiten, drängen darauf. Apple erhebt in Großbritannien seit dem 25. Juli 2017 eine Gebühr von bis zu 30 %, heißt es in dem Dokument.

Das Unternehmen versuchte beim britischen Competition Appeal Tribunal Berufung einzulegen, um zu verhindern, dass der Klage stattgegeben wird. Die Richter wiesen die Argumente der Marke jedoch zurück. Daher hat der Kläger einen klaren Weg, das Verfahren fortzusetzen.

Die App Store-Gebühren von Apple werden von den Aufsichtsbehörden geprüft

In den letzten Jahren hat die Tätigkeit der Regulierungs- und Kartellbehörden in großen Unternehmen zugenommen. Der Fall Epic Games gegen Apple rückte die Gebühr von 30 % ins Rampenlicht der Behörden. Ein Gerichtsbeschluss im Januar führte zu Änderungen in den Richtlinien des App Stores und ermöglichte es App-Entwicklern, Links zu externen Websites für Abonnementzahlungen einzufügen. Das Unternehmen erhebt jedoch weiterhin eine Gebühr von 27 % auf Käufe auf Websites, auf die über diese Links zugegriffen wird. Sie können die Gebühr nur vermeiden, wenn Sie manuell auf die Website zugreifen.

Monate später zwang der Druck der EU Apple, weitreichendere Änderungen an der App-Store-Gebührenregelung vorzunehmen. Die Aufsichtsbehörden prüfen diese Änderungen noch, da die Entwickler sagen, dass sie die Situation verschlimmern könnten.