Apple plant Rückkehr in den Servermarkt mit bis zu vier M8 Ultra-Chips und NVIDIA-Technologie

Oscar

Apple prüft seine Rückkehr in den Servermarkt mit einem Unternehmenssystem, das darauf ausgelegt ist, Inferenzlasten der künstlichen Intelligenz zu betreiben. Das Team würde eigene M8 Ultra-Prozessoren verwenden und könnte die NVLink Fusion-Technologie von NVIDIA integrieren, um mehrere Chips innerhalb derselben Plattform zu verbinden, gemäß Informationen von The Information.

Das Projekt befindet sich noch in der Entwicklung, und eine Markteinführung wird frühestens 2029 erwartet. Apple könnte es dennoch auch streichen, seine Architektur ändern oder auf die NVIDIA-Technologie verzichten. Das Unternehmen hat das Produkt bisher nicht öffentlich angekündigt, weshalb die bekannten Konfigurationen als interne Pläne mit Änderungsreserven zu behandeln sind.

Zwei Versionen mit zwei oder vier M8 Ultra-Prozessoren

Apple arbeitet an einer Konfiguration, die aus zwei M8 Ultra bestehen soll, sowie an einer größeren Version mit vier Einheiten. Die Ultra-Chips stellen die leistungsstärkste Variante von Apple Silicon dar und verwenden unified memory, eine Architektur, bei der CPU, GPU und andere Verarbeitungsblöcke auf denselben Speicher zugreifen.

Der Hauptzweck wäre die Ausführung von Inferenz, das heißt die Nutzung bereits trainierter IA-Modelle, um Anfragen zu verarbeiten und Ergebnisse zu erzeugen. Der Server würde sich an KI-Entwickler, Unternehmen und öffentliche Institutionen richten. Dadurch würde er sich von den Mac Studio- und Mac mini-Computern unterscheiden, die einige Organisationen derzeit zusammenführen, um Rechenleistung auf Basis von Apple Silicon bereitzustellen.

Frühere Informationen deuteten auf die mögliche Nutzung zukünftiger M7 Ultra in IA-Servern hin. Der neue Bericht identifiziert stattdessen den M8 Ultra als Grundlage des kommerziellen Produkts, das für 2029 vorgesehen ist. Der Unterschied könnte auf eine Weiterentwicklung des Projekts oder auf interne, noch offene Zeitpläne zurückzuführen sein, doch Apple hat offiziell keine der beiden Generationen bestätigt.

NVLink Fusion würde Apples Silizium verbinden

Apple soll Gespräche mit NVIDIA geführt haben, um NVLink Fusion als Interkonnektionssystem zu nutzen. Diese Plattform ermöglicht es, Prozessoren und Beschleuniger anderer Firmen in die Netzwerkinfrastruktur und Rack-Skalensysteme von NVIDIA zu integrieren. Sie umfasst Technologien für die Chip-zu-Chip-Kommunikation, Switches und Softwarekomponenten, die darauf abzielen, mehrere Prozessoren als eine kombinierte Plattform zu koordinieren.

In dem von Apple untersuchten System würde seine Funktion darin bestehen, eine Hochgeschwindigkeitskommunikation zwischen den M8 Ultra bereitzustellen. Der Datentransfer zwischen Prozessoren ist einer der Faktoren, die die Leistung begrenzen, wenn man ein Modell auf mehrere Chips verteilt. Eine Hochbandbreiten- und niedrige Latenz-Interconnec­tion reduziert die Zeit, die jeder Prozessor darauf wartet, Informationen von den anderen zu erhalten.

Die Präsenz von NVIDIA im potenziellen Apple-Server würde sich zunächst auf die Interkonnektions- und die damit verbundene Infrastruktur beschränken. Die Hauptberechnung würde weiterhin von den M8 Ultra abhängen. Die Gespräche garantieren nicht, dass Apple NVLink Fusion endgültig ausgewählt hat oder dass das Endprodukt mit NVIDIA-GPUs kompatibel sein wird.

Die Mac-Nachfrage für KI habe das Projekt getrieben

Das Interesse von Apple hängt vermutlich mit der Nachfrage nach Mac mini und Mac Studio bei KI-Entwicklern zusammen. Große Forschungsinstitute haben Zehntausende dieser Computer erworben, während andere Unternehmen sie für Inferenz- und Videobearbeitungsdienste einsetzen. Mac-Computer sind jedoch nach wie vor als Desktop-Systeme konzipiert und verfügen nicht über einige in Serverumgebungen übliche Funktionen, einschließlich einer Fernverwaltung, die sich für großangelegte Deployments eignet.

Apple fertigt bereits eigene Server für Private Cloud Compute, die Infrastruktur, die Anfragen von Apple Intelligence verarbeitet, die sich nicht direkt auf einem iPhone, iPad oder Mac lösen lassen. Diese Geräte dienen dem internen Betrieb des Dienstes und werden nicht an Unternehmen verkauft. Das M8 Ultra-Projekt würde einen Teil dieser Erfahrung in ein extern verfügbares Produkt umsetzen.

Das Unternehmen setzt derzeit weitgehend intern entwickelte Technologien für die Interconnec­tion in dieser Infrastruktur ein. Berichte legen nahe, dass diese Lösung zu langsam und zu kostspielig ist, um groß skalierbar zu sein. Einige Partner hätten Zugang zu den Private Cloud Compute-Servern beantragt, Apple soll diese Anfragen jedoch abgelehnt haben.

Apple stellte den Verkauf von Xserve am 31. Januar 2011 ein und betreibt seitdem keine eigene Rack-Server-Linie mehr. Die Mac Pro, Mac Studio und Mac mini können zwar bestimmte Serverfunktionen übernehmen, werden jedoch als Computer und Arbeitsstationen vermarktet.

Das neue Projekt würde achtzehn Jahre nach dem Ende des Xserve eine dedizierte Lösung zurückbringen, jedoch mit Fokus auf KI-Inferenz und basierend auf Apple Silicon. Über Form, Speicherausstattung, Energieverbrauch, Betriebssystem, Speichermöglichkeiten und Preis des Geräts liegen keine Informationen vor. Das Zieljahr 2029 ist ebenfalls kein bestätigtes Veröffentlichungsdatum. Bis Apple das Produkt ankündigt oder mit den Vorbereitungen der Auslieferung beginnt, bleibt es ein Plan, der sich ändern oder auch wieder abgesagt werden kann.