Die Biden-Regierung hat den CHIPS Act als Initiative zur Stärkung der Position der Vereinigten Staaten auf dem wettbewerbsintensiven Markt für Chipentwicklung und -produktion ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um milliardenschwere Investitionen in Halbleiterunternehmen mit Fabriken im Land. Intel, einer der großen Namen, die vom CHIPS-Gesetz profitieren würden, steht Berichten zufolge kurz vor einer direkten Finanzierung in Höhe von 8,5 Milliarden US-Dollar von der US-Regierung.
Nach Angaben der Financial Times würde Intel noch in diesem Jahr von der Finanzierung profitieren. Inmitten eines besonders herausfordernden Jahres für das Unternehmen, das von sinkenden Aktienkursen und Markenschäden aufgrund der Kontroverse um den raschen Leistungsverfall von Prozessoren geprägt war, könnte diese Finanzierung eine willkommene Erleichterung sein.
Intel könnte bis zum Jahresende 8,5 Milliarden US-Dollar von der US-Regierung erhalten
Der CHIPS Act sieht eine Finanzierung von bis zu 400 Milliarden US-Dollar für Halbleiterunternehmen in den Vereinigten Staaten vor. Davon würden nicht nur amerikanische Unternehmen profitieren, sondern auch ausländische Unternehmen mit Fabriken im Land, wie etwa TSMC. Intel hat sich Anfang des Jahres Zuschüsse und Darlehen in Höhe von rund 20 Milliarden US-Dollar gesichert. Ein Bericht von Mitte August ergab jedoch, dass es bei 40 % der geplanten CHIPS Act-Investitionen zu Verzögerungen und in einigen Fällen zu möglichen Stornierungen kam.
Dem neuen Bericht zufolge sind die Gespräche zwischen Intel und Staatsbeamten noch im Gange und befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium. Die Finanzierung war zwar gesichert, die Fertigstellung vor 2025 jedoch nicht. Allerdings bestätigten Personen, die mit den Diskussionen vertraut sind, gegenüber der Financial Times, dass Intel im Rahmen des Deals bis zum Jahresende 8,5 Milliarden US-Dollar erhalten wird. Die vorläufige Vereinbarung sah außerdem Kredite in Höhe von bis zu 11 Milliarden US-Dollar für den Bau und die Modernisierung von Intel-Chipfabriken in Arizona vor.
Berichte im September zeigten „erhebliches Interesse“ von Qualcomm an der Übernahme eines Teils des Chipdesign-Geschäfts von Intel. Qualcomm ist vor allem für seine Chipsätze und Modems für mobile Geräte bekannt. Berichten zufolge strebt das Unternehmen jedoch eine Stärkung seiner Position im Desktop-Segment an. Wie auch immer, der neue Bericht behauptet, dass ein vollständiger oder teilweiser Verkauf von Intel die laufenden Gespräche über staatliche Finanzierung stören könnte.
Intel versucht, seine Marktposition zurückzugewinnen
Die Finanzierung könnte Intel dabei helfen, einen Teil des in den letzten Jahren verlorenen Bodens zurückzugewinnen. TSMC hat die Position des weltweit führenden Chipherstellers übernommen. Darüber hinaus fällt das nordamerikanische Unternehmen aus dem KI-Wettbewerb aus, indem es weder der breiten Öffentlichkeit noch den Herstellern attraktive Technologieentwicklungen anbietet. Andererseits ist es großen Namen wie Nvidia und AMD gelungen, vom Aufstieg der KI zu profitieren.