Die neue KI von Google sagt Ihre Absicht voraus, ohne jemals Ihr Telefon zu verlassen

Oscar

Suchmaschinen verwenden seit Jahren Schlüsselwörter, um herauszufinden, was wir wollen. Wenn Sie „Paris“ in Google eingeben, muss es herausfinden, ob Sie ein Hotel, einen Flug oder eine Geschichtsstunde wünschen. Doch ein neues Forschungspapier von Google zeigt, dass sich diese Logik bald massiv ändern könnte. Anstatt nur auf Ihre Worte zu achten, entwickelt Google ein KI-Absichtsvorhersagesystem auf dem Gerät, um Ihre „Absicht“ zu verstehen, indem es analysiert, wie Sie mit Ihrem Gerät interagieren – und das alles unter strenger Geheimhaltung Ihrer Daten.

Die Forschung stellt eine ausgefeilte Methode vor, um Benutzerziele aus „Trajektorien“ zu extrahieren. Dies sind die Abfolgen von Aktionen, die Sie auf einer Website oder App ausführen. Grundsätzlich kann die KI eine Karte Ihrer Reise erstellen, indem sie sich ansieht, was Sie auf dem Bildschirm sehen (Beobachtungen) und was Sie tun (Aktionen). Dadurch kann unterschieden werden, ob Sie sich für ein Produkt aufgrund seiner Eigenschaften entscheiden oder einfach, weil es die günstigste Variante ist.

Googles neue zweistufige Methode zur Vorhersage der Nutzerabsicht

Das Besondere an dieser Studie ist, wie Google ein komplexes Problem mithilfe kleiner, geräteinterner Modelle gelöst hat. Rechenzentren benötigen in der Regel viel Leistung, um zu verstehen, was Menschen antreibt. Die Forscher von Google fanden jedoch einen besseren Weg, indem sie die Aufgabe in zwei verschiedene Phasen aufteilten:

Zuerst kommt die Interaktionszusammenfassung. Hierbei handelt es sich um ein kleines Modell, das jeden einzelnen Schritt betrachtet – wie einen Screenshot und einen Tastendruck – und eine kurze Zusammenfassung dieses bestimmten Moments erstellt. Interessanterweise fanden die Forscher heraus, dass es zu einem viel genaueren Ergebnis führt, wenn man dem Modell erlaubt, über das Geschehen zu „spekulieren“ und diese Vermutungen dann zu entfernen.

Dann gibt es noch die Endabsicht. Dieses zweite Modell nimmt alle diese einzelnen Zusammenfassungen und kombiniert sie, um das Gesamtziel zu beschreiben. Der Studie zufolge übertraf dieser zweistufige Prozess tatsächlich viel größere KI-Modelle, die in riesigen Rechenzentren ausgeführt wurden.

Datenschutz geht vor: KI, die auf Ihrem Telefon bleibt

Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus dieser Studie ist der Fokus auf die lokale Verarbeitung. Ihr Browser oder Ihr Smartphone können diese „kleinen“ Modelle problemlos ausführen. Dies bedeutet, dass die Analyse Ihres Verhaltens niemals Ihr Gerät verlässt und niemals an die Server von Google zurückgesendet wird.

Durch die lokale Verarbeitung aller Daten kann Google eine große ethische Hürde überwinden. Es ermöglicht einen personalisierten, proaktiven KI-Assistenten, der Ihre Bedürfnisse versteht, ohne Ihr digitales Leben in einen Überwachungs-Feed zu verwandeln.

Warum das für die Zukunft wichtig ist

Diese Technologie ist noch nicht offiziell Teil der Google-Suche. Die Auswirkungen sind jedoch enorm. Wir bewegen uns in Richtung einer Welt „autonomer Agenten“ – einer KI, die nicht nur Fragen beantwortet, sondern Ihnen bei der Erledigung von Aufgaben hilft. Um dies sicher zu tun, muss die KI dem, was Sie tatsächlich getan haben, „treu“ und „umfassend“ genug sein, um Ihren nächsten Schritt zu kennen.

Wie Google-Forscher feststellten, ist die Beurteilung menschlicher Absichten bekanntermaßen schwierig, da unsere Motivationen subjektiv sind. Selbst Menschen stimmen der Benutzerabsicht nur in etwa 80 % der Fälle zu. Google bereitet derzeit den Grundstein für eine KI, die vorhersieht, was Sie brauchen, bevor Sie überhaupt mit dem Scrollen fertig sind. Unterdessen arbeitet das Unternehmen weiter an der Perfektionierung dieser neuen Extraktionsmethode.