Vor einigen Wochen hat Google in seinem Kartellverfahren in den USA ein negatives Urteil erhalten. Die Jury stellte fest, dass der Mountain View-Riese ein Monopol im Suchmaschinensegment ausübt. Das Justizministerium (DOJ) schlug einige Abhilfemaßnahmen vor, darunter den Verkauf von Chrome. Allerdings könnten die vom DOJ vorgeschlagenen Maßnahmen gegen Google den Wettbewerb kleinerer Browser erschweren.
Die US-Behörden wollen, dass Google sich von Chrome trennt, um die derzeitige Monopolsituation zu lösen. Dies ist jedoch nicht die einzige vorgeschlagene Maßnahme auf der Liste. Das DOJ will auch Geschäfte verbieten, bei denen Browserentwickler Google nach einer Zahlung des Unternehmens als Standardsuchmaschine festlegen.
Mögliche Maßnahmen gegen Google könnten kleinere Browser weniger konkurrenzfähig machen
Google bietet anderen Browser-Entwicklern großzügige Zahlungen an, um die beliebte Suchmaschine als Standard festzulegen. Tatsächlich stellen Verträge mit Google in bestimmten Fällen den Großteil der Finanzierung für Browser bereit, insbesondere für die kleineren. Vor diesem Hintergrund können Sie sich vorstellen, warum ein vollständiges Verbot solcher Geschäfte schädlich wäre.
Wenn es nach den US-Behörden ginge, würden sie einen Großteil der Finanzierung kleinerer Browser als Kollateralschaden streichen. Dadurch werden diese kleineren Browser natürlich weniger konkurrenzfähig. Ohne Finanzierung werden sie nicht in der Lage sein, weiterhin neue Funktionen zu entwickeln oder Innovationen voranzutreiben. Ironischerweise könnte gerade dieser Vorschlag, der eine Monopolsituation lösen soll, zur Stärkung der großen Player und zum Untergang der weniger prominenten Namen führen.
In diesem Fall bliebe den kleineren Browsern nichts anderes übrig, als zu versuchen, sich an die Situation anzupassen. Sie müssen nach neuen Geschäftsmodellen suchen, die ihnen helfen, zu überleben oder ihre Geschäfte fortzuführen. Dies könnte beispielsweise zu aufdringlicherer Werbung oder laxeren Datenschutzrichtlinien führen.
Deals mit Google stellen die Hauptfinanzierung mehrerer kleiner Browser dar
Google hat bezüglich seiner Suchmaschine Vereinbarungen mit großen und kleinen Playern der Technologiebranche getroffen. Berichten zufolge zahlte das Unternehmen Apple 20 Milliarden US-Dollar, um Google im Jahr 2022 zur Standardsuchmaschine in Safari zu machen. Andererseits ist die Vereinbarung mit Google das wichtigste Mittel zur Finanzierung von Firefox. Die vom DOJ vorgeschlagene Maßnahme könnte sich negativ auf die Browserentwicklung und -wartung von Mozilla auswirken.
„Das Verbot von Suchvereinbarungen mit allen Browsern, unabhängig von Größe und Geschäftsmodell, wird sich negativ auf unabhängige Browser wie Firefox auswirken und Folgewirkungen für ein offenes und zugängliches Internet haben“, sagte ein Mozilla-Sprecher.