Die Suchmaschine von Google in Europa wird sich verändern. Und sie wird sich verschlechtern. Zumindest behauptet das Unternehmen, das aufgrund der Anforderungen der Europäischen Kommission gezwungen ist, Anpassungen an seinem wichtigsten Produkt vorzunehmen. Nach einer Geldstrafe in Höhe von 460 Millionen Euro wegen der Bevorzugung eigener Dienste in den Suchergebnissen bekam das Unternehmen 60 Tage Zeit, die vom Regulierungsorgan geforderten Änderungen umzusetzen.
Das Resultat all dieses Durcheinanders sind die neuen Suchergebnisse, die es Google ermöglichen sollen, die DMA einzuhalten. Was wir sehen werden, ist eine stärkere Präsenz spezialisierter Vergleichsportale – etwa für Hotels oder Reisen – und eine geringere Präsenz von Informationen, die vom eigenen Suchdienst bereitgestellt werden.
Generell dürften die Ergebnisse angeblich universeller ausfallen und weniger auf die Dienste von Google fokussiert sein, obwohl der Algorithmus des Unternehmens weiterhin die Reihenfolge der angezeigten Ergebnisse bestimmt. Natürlich gefällt Google das nicht, und man hat Reuters bereits klargemacht, dass der Nutzer der eigentliche Leidtragende ist, der eine schlechtere Sucherfahrung haben wird.
Was sich genau in der Suchmaschine für europäische Nutzer ändert
Der Ursprung dieses Streits liegt nicht anderswo als in der Allgegenwärtigkeit von Google in einer Vielzahl von Internetdiensten. Google betreibt die Suchmaschine, aber auch einen Flugvergleich, Google Maps, das Hotelzimmerpreise anzeigt, Shopping, das Produkte empfiehlt… Selbst Gemini könnte man in diesen Kontext einordnen, das unmittelbar vom KI-Modus der Suchmaschine profitiert. Das erleichtert der Plattform natürlich, mehr als reines Suchwerkzeug zu fungieren und den Nutzer zum eigenen Vorteil festzuhalten. Kurzum: das, womit man schon lange das monopolistische Potenzial verknüpft hat.
Angesichts dessen fordert die Europäische Kommission Google auf, die Werbung für eigene Dienste zu beenden und seine Empfehlungen zu diversifizieren – einschließlich Drittplattformen. Daher sollten wir insbesondere eines der sichtbarsten Ergebnisse dieser Änderungen sehen: Die Suchergebnisse zeigen künftig stärker Ergebnisse von spezialisierten Vergleichsportalen, wie Booking oder Expedia. Zudem werden die Karussells zu Hotels, Flügen oder Restaurants einige Funktionen verlieren.
Google hält die Änderungen für nachteilig für den Nutzer
Die Gegenposition von Google zu berücksichtigen, ist der andere Standpunkt, den wir beachten müssen. Demnach sei der durch regulatorische Eingriffe verursachte kostenlose Traffic für europäische Unternehmen um 30% gesunken. Zudem behaupte Google, die neuen Anpassungen mit Millionen europäischer Nutzer getestet zu haben und dass die Ergebnisse eine hohe Unzufriedenheit zeigen.
Eines der Probleme, die das Unternehmen erkannt haben will, sei, dass Nutzer deutlich mehr Suchanfragen stellen müssten, um das gleiche Ziel zu erreichen. Das bedeute, dass die Abfrage mehrfach neu formuliert werden müsse, bis das gewünschte Resultat gefunden werde. Natürlich stammen all diese Behauptungen vom Unternehmen selbst, das am stärksten an der Beibehaltung des Status quo der Suchmaschine interessiert ist.
Fest steht jedoch, dass Google seit Jahren sein Verhalten ändert, um Nutzer an sich zu binden und die Abwanderung zu anderen Webseiten zu verhindern. Du denkst sicher an KI-Zusammenfassungen, aber das ist nur der jüngste Zug des Konzerns. Historisch gesehen hat die Suchmaschine eigene Vergleichsportale, hervorgehobene Snippets, interne Hilfsmittel und weitere Mechanismen zur Kundenbindung eingeführt. Es bleibt nur abzuwarten, ob die Auswirkungen dieser Änderungen tatsächlich so nachteilig für den Nutzer sind und welchen realen Einfluss sie auf den Traffic der Webseiten haben.