Google stellt die maßgeschneiderte Arm-CPU Axion für Rechenzentren vor

Oscar

Google hat „Axion“ angekündigt, seine erste benutzerdefinierte Arm-basierte CPU, die für Rechenzentren entwickelt und optimiert wurde. Es wurde mit der Neoverse V2-CPU von Arm entwickelt und wird mit Amazon Web Services und Microsoft Azure konkurrieren.

Google-Axion-Arm-Chips behaupten hohe Spezifikationen, aber sind sie serienreif?

Google hat einen ausführlichen Blogbeitrag zum neuen Axion, einer Arm-CPU, veröffentlicht. Der Suchriese hat einige große Behauptungen über diese Chips aufgestellt.

Google gibt an, dass Axion Arm-CPUs eine um 30 % bessere Leistung erbringen als seine schnellsten Allzweck-Arm-basierten Tools in der Cloud. Das Unternehmen prahlte damit, dass diese Chips 50 % besser seien als die neuesten, vergleichbaren x86-basierten VMs (Virtual Machines). Als ob das nicht schon beeindruckend genug wäre, fügte Google hinzu, dass seine neuen Chips eine um 60 % bessere Energieeffizienz aufweisen als vergleichbare X86-basierte Instanzen (VMs).

Obwohl Google die Konkurrenz nicht namentlich nennt, bezieht sich das Unternehmen möglicherweise auf Produkte von Amazon und Microsoft. Amazon brachte bereits 2018 seine ersten Arm-basierten Graviton-Chips auf den Markt.

Microsoft kam etwas zu spät zur Party. Die Microsoft Azure-Cloudplattform des Windows-Betriebssystemherstellers verfügt seit 2022 über VMs, die auf den Arm-Servern von Ampere basieren.

Es ist wichtig zu beachten, dass Google keine Dokumentation zu den Axion-Chips bereitgestellt hat. Als Google-Sprecherin Amanda Lam zu den technischen Details befragt wurde, sagte sie Berichten zufolge:

„Technische Dokumentation, einschließlich Benchmarking- und Architekturdetails, wird später in diesem Jahr verfügbar sein.“

Dies deutet stark darauf hin, dass die Axion-Chips von Google möglicherweise noch nicht serienreif sind. Google könnte versuchen, einen Hype um die ersten speziell für Rechenzentren entwickelten Chips zu erzeugen. Denn Prozessoren und andere Hardware für Rechenzentren werden im Gegensatz zu Konsumgütern, die oft im Laden gekauft werden, über langfristige Verträge erworben.

Google verspricht einen Workload-Übergang ohne Änderungen

Google besteht darauf, dass Axion-CPUs auf einem offenen Fundament basieren. Das Unternehmen versichert Google Cloud-Kunden, dass sie ihre bestehenden Workloads (die auf Arm-CPUs basieren) nahezu ohne Übergangsverzögerungen oder Änderungen migrieren können. Mark Lohmeyer, Vizepräsident für Computing und KI/ML-Infrastruktur bei Google Cloud, erklärte:

„Wir haben kürzlich zum SystemReady Virtual Environment beigetragen, dem Hardware- und Firmware-Interoperabilitätsstandard von Arm, der sicherstellt, dass gängige Betriebssysteme und Softwarepakete nahtlos in ARM-basierten Systemen ausgeführt werden können. Durch diese Zusammenarbeit greifen wir auf ein breites Ökosystem von Cloud-Kunden zu, die bereits ARM-basierte Workloads in Hunderten von ISVs und Open-Source-Projekten bereitgestellt haben.“

Arm-basierte CPUs sind oft günstiger und energieeffizienter als ihre X86-basierten Gegenstücke. Dies macht Googles Timing für die Ankündigung seiner Axion-Chips interessant. Der Wallstreet Journal zitierte kürzlich Arms-CEO Rene Haas, der vor dem übermäßigen Energieverbrauch von KI-Modellen gewarnt hatte. Mit diesen CPUs versucht Google Cloud möglicherweise, die x86-basierten VMs von Microsoft Azure zu überholen. Google hat kürzlich eine Version seines Chrome-Webbrowsers auf den Markt gebracht, die nativ Arm-basierte CPUs unterstützt. Einfach ausgedrückt scheint der Suchriese stark auf die Arm-Architektur zu setzen.