Handlungswechsel! Apple greift ein, um Google wegen Suchzahlungen zu verteidigen

Oscar

Google steht derzeit in den USA vor einer Kartellrechtsklage. Das US-Justizministerium prüft Google wegen seiner Dominanz in der Suchbranche. Interessanterweise hat das Unternehmen in Apple einen Verbündeten gefunden. Apple hat darum gebeten, sich an der Klage zu beteiligen, doch anstatt gegen Google auszusagen, will das Unternehmen die Suchzahlungen von Google an Google verteidigen.

Ein unwahrscheinlicher Verbündeter

Apple und Google sind seit langem Rivalen in verschiedenen Produktbereichen. Mobile ist einer davon, wo Apples iOS-Plattform im Wesentlichen gegen Googles Android antritt. Trotz ihrer Rivalität verstehen beide Unternehmen, dass sie einander zum Überleben brauchen.

Apple hat Millionen von iPhone-Nutzern. Das sind Millionen von Augäpfeln, die auf die Google-Suche gelenkt werden könnten. Aus diesem Grund zahlt Google Apple jedes Jahr Milliarden an Suchzahlungen, um die Standardsuchmaschine von Safari zu bleiben.

Das ist auch einer der Gründe, warum Apple sich entschieden hat, das Unternehmen zu verteidigen. Die Zahlungen von Google an Apple waren tatsächlich einer der Schwerpunkte in der Klage des US-Justizministeriums gegen Google.

Laut einer Gerichtsakte von Apple, die von Reuters entdeckt wurde, sagte Eddy Cue, Senior Vice President of Services bei Apple, im Grunde, dass es für das Unternehmen nicht machbar wäre, ganz auf Google zu verzichten. Cues Kommentare beruhten auf der Annahme des Gerichts, dass die in der Google-Klage vorgeschlagenen Abhilfemaßnahmen dazu führen könnten, dass Apple eine eigene Suchmaschine entwickelt, ein Produkt, das möglicherweise mit Google konkurrieren und für etwas Konkurrenz in diesem Bereich sorgen könnte.

Die Geschäftskosten

Zunächst einmal wäre es einfach, Apple zu bitten, eine eigene Suchmaschine zu entwickeln, um Google zu ersetzen. Es könnte jedoch eine ziemlich monumentale Anstrengung sein. Laut Cue konzentriert sich Apple auf andere Wachstumsbereiche. Die Schaffung einer eigenen Suchmaschine würde Ressourcen und Mitarbeiter des Unternehmens ablenken. Es könnte Apple Milliarden kosten. Ganz zu schweigen davon, dass es Jahre dauern würde, bis ein solches Produkt zustande käme.

Zweitens gibt es keine Garantie dafür, dass Apple den Datenverkehr von Google weglenken würde, selbst wenn Apple eine eigene Suchmaschine entwickeln würde. Cue weist darauf hin, dass sich die Suche selbst schnell weiterentwickelt. Dies gilt insbesondere angesichts der KI, sodass Apple grundsätzlich eine sehr lange Aufholjagd spielen würde.

Schließlich sagt Cue, dass die Schaffung einer tragfähigen (und profitablen) Suchmaschine erfordern würde, dass Apple gezielte Werbung verkauft. Dies ist tatsächlich eine der Haupteinnahmequellen von Google, aber es widerspricht im Wesentlichen Apples eigenen Grundsätzen. Apple stellt sich seit langem als Verfechter der Privatsphäre der Nutzer dar, daher steht die Entwicklung einer Suchmaschine, die auf gezielter Werbung basiert, im Widerspruch dazu.