Wir haben uns an faltbare Telefone gewöhnt, die sich wie Bücher öffnen oder wie Taschenspiegel umklappen lassen. Ein kürzlich durchgesickertes Patent deutet jedoch darauf hin, dass das Unternehmen von etwas viel Vielseitigerem träumt. Anstelle eines einzelnen Scharniers beschreibt das von Motorola eingereichte Patent ein „verformbares“ Smartphone mit einem Multi-Link-Gehäuse, das sich biegen, drehen und in mehreren Formen halten kann. Es ist mehr als nur ein zusammenklappbares Telefon, es ist ein Gerät, das seine physische Form an Ihre Aktivitäten anpasst.
Die praktischste Anwendung dieses Designs ist der von Motorola so genannte „Zeltmodus“. Stellen Sie sich vor, Sie lehnen Ihr Telefon wie eine verbogene Spielkarte auf einen Tisch. In dieser Position steht das Gerät eigenständig und ist somit ein idealer Begleiter für freihändige Videoanrufe, das Befolgen eines Rezepts in der Küche oder das Ansehen eines Films, ohne dass ein separater Ständer oder ein PopSocket erforderlich ist.
Das neue Patent von Motorola: Ein verformbares Smartphone, das Sie tragen können
Eine große Herausforderung bei flexiblen Geräten besteht darin, sicherzustellen, dass die Software weiß, wohin der Benutzer schaut. Wenn Sie ein Telefon zeltförmig biegen, zeigt die Hälfte des Bildschirms normalerweise von Ihnen weg. Das Patent von Motorola (geteilt von xleaks7 auf Sudoku Online) löst dieses Problem, indem es die Form des Telefons als Eingabeform verwendet. Das Gerät würde Kameras und Sensoren verwenden, um Ihr Gesicht zu erkennen und zu „autorisieren“, welche Seite des Displays aktiv bleiben soll.
Dieser Ansatz korrigiert nicht nur das Verhalten der Benutzeroberfläche, sondern spart auch Batterielebensdauer. Durch die intelligente Abschaltung der Seite des Bildschirms, die niemand sieht, reduziert das Telefon unnötige Energieverschwendung. Das System ist intelligent genug, um zu erkennen, wann Sie einen bestimmten Bereich nutzen. Dies sollte verhindern, dass der Bildschirm zur falschen Zeit die Seite wechselt.
Von Ihrer Tasche bis zu Ihrem Handgelenk
Die „um das Handgelenk gewickelte“ Konfiguration ist der ehrgeizigste Teil des Patents, auch wenn der Zeltmodus gut zum Erledigen von Aufgaben geeignet ist. Durch das Design lässt sich das Telefon mit einem einstellbaren Radius um den Arm des Benutzers krümmen und verwandelt so ein Smartphone in voller Größe in ein riesiges, umhüllendes Wearable. Das lässt den Eindruck entstehen, dass es irgendwann keinen Unterschied mehr zwischen einem Smartphone und einer Smartwatch geben wird.
Natürlich regt so ein radikales Design zum Nachdenken an. Die Verwendung der Gesichtserkennung zum Einschalten von Teilen des Bildschirms könnte zu Datenschutzgesprächen führen. Außerdem wäre die Herstellung einer Mehrlenker-Karosserie für Ingenieure aufgrund ihrer Komplexität sehr schwierig. Das Patent spricht auch davon, dass man Außenumgebungen wahrnehmen kann, etwa wenn man sich in einem Auto befindet. Dies könnte zu intelligenteren Sicherheitsfunktionen oder einer Begrenzung der Ablenkungen führen.

Nicht jedes Patent führt zu einem fertigen Produkt. Dieses Leak zeigt jedoch, dass Motorola über mehr als nur das übliche „Glasplatten“-Design nachdenkt. Wir wissen noch nicht, ob wir unsere Telefone in ein paar Jahren wirklich am Handgelenk tragen werden, aber die Idee eines Geräts, das seine Form an unsere Bedürfnisse anpasst, ist auf jeden Fall interessant.