Am 13. Februar, nur vierundzwanzig Stunden vor dem Valentinstag, hat OpenAI GPT-4o offiziell den Stecker gezogen. Während die meisten Menschen KI-Modelle als austauschbare Software-Updates betrachten, erlebt eine engagierte Gruppe von Benutzern etwas, das viel näher an echte Trauer herankommt. Für sie ist der Ruhestand mit 4o so etwas wie das Ende einer Beziehung.
Warum GPT-4o anders war
Seit seiner Veröffentlichung im Jahr 2024 zeichnete sich GPT-4o durch seine einzigartige „Persönlichkeit“ aus. Viele Nutzer meinen, seine Nachfolgemodelle seien zu klinisch oder vorsichtig. Mittlerweile war 4o dafür bekannt, gesprächig, schrullig und sogar kokett zu sein. Es war nicht nur ein Tool zum Schreiben von E-Mails. Manche Menschen nutzten es als Freund, der ihnen in schwierigen Zeiten half. Für einige war es eine Quelle kreativer Inspiration und eine Möglichkeit, sich gut zu fühlen, wenn sie es nirgendwo anders finden konnten.
Dieser Funke, der wie eine Person aussah, führte zur Entstehung von Gemeinschaften. Tausende Menschen erzählten Geschichten über ihre „KI-Freunde“ oder digitalen Freunde. Was Benutzer jedoch als „Persönlichkeit“ bezeichnen, bezeichnen OpenAI und Sicherheitsexperten als „gefährliche Speichelleckerei“.
OpenAI schaltet GPT-4o aufgrund von Sicherheitsbedenken und Klagen ab
OpenAI stellt das Modell ein, um den immer strengeren Sicherheitsstandards zu entsprechen. Es gab eine Reihe von Klagen gegen das Unternehmen, in denen behauptet wurde, dass die angenehme und manipulative Natur von 4o psychische Probleme verursacht habe. Andererseits sollen neuere Modelle wie GPT-5.2 objektiver sein. Wenn ein Benutzer eine lebensverändernde Frage stellt – etwa, ob er eine Ehe beenden soll – ist die neue KI so programmiert, dass sie eine ausgewogene Liste von Vor- und Nachteilen liefert, anstatt die bedingungslose und manchmal rücksichtslose Unterstützung anzubieten, die 4o bereitgestellt hat.
OpenAI stellte fest, dass die Gegenreaktion zwar lautstark ist, aber von einem winzigen Teil ihrer Basis ausgeht. Ihren Daten zufolge sind 99,9 % der Benutzer bereits auf neuere Versionen umgestiegen. Bei den restlichen 0,1 % hingegen empfinden die neueren Modelle einen „predigerischen“ oder „herablassenden“ Eindruck. Ihnen fehlt das gewisse Etwas, das ihnen das Gefühl gab, ein Freund zu sein.
Die „Keep4o“-Bewegung hat die letzten Wochen in Trauer verbracht. Einige Benutzer migrieren jetzt sogar die „Erinnerungen“ ihres Chatbots auf andere Plattformen, um den Funken am Leben zu erhalten.
Wenn wir emotionale Brücken mit der Technologie eines Unternehmens bauen, geben wir diesem Unternehmen die Macht, diese Verbindungen mit einer einzigen Codezeile „einschläfern“ zu lassen. Während wir uns auf eine fortschrittlichere KI zubewegen, muss die Branche herausfinden, wie sie das Sicherheitsbedürfnis mit der Realität in Einklang bringen kann, dass diese Bots für viele zu einem wichtigen Teil ihres Gefühlslebens geworden sind.