Google ist vieles. Es ist eine Suchmaschine, es ist ein E-Mail-Anbieter, es ist eine mobile Plattform, aber ein Werkzeug für US-Propaganda? Das könnte zur Debatte stehen, aber der russische Präsident Wladimir Putin scheint so zu denken. Während Putins jährlichem Telefongespräch mit den Bürgern des Landes beschuldigt der russische Präsident die US-Regierung, Google als Instrument zur Förderung ihrer politischen Agenda zu nutzen.
Langsame YouTube-Geschwindigkeiten
Bereits im August gab YouTube zu, dass es Berichte gab, wonach Nutzer in Russland nicht auf die Plattform zugreifen konnten. Das Unternehmen gab an, dass dies auf die von ihm ergriffenen Maßnahmen zurückzuführen sei und es auch keine technischen Probleme gegeben habe. Stattdessen glauben einige Kritiker, dass russische Behörden für Störungen bei YouTube verantwortlich sind.
Damit soll offenbar verhindert werden, dass die Bürger des Landes auf YouTube-Videos zugreifen, die Putin und seine Regierung kritische Inhalte enthalten könnten. Es überrascht nicht, dass die russische Regierung diese Behauptungen zurückgewiesen hat. Putin behauptet, dass Googles geringere Investitionen im Land und das Versäumnis, „die notwendige Ausrüstung bereitzustellen“, diese Probleme verursacht hätten.
Putin wurde mit den Worten zitiert: „Google hat sich selbst Probleme geschaffen, indem es seine Investitionen in Russland reduziert und die notwendige Ausrüstung nicht geliefert hat. Darüber hinaus müssen YouTube und Google unsere Gesetze einhalten und das Internet nicht dazu nutzen, die politischen Ziele ihrer Regierung voranzutreiben.“
Darüber hinaus hat YouTube seit Beginn des Ukraine-Krieges über 1.000 russische Kanäle entfernt. Dazu gehören staatlich geförderte Nachrichtenagenturen und über 5,5 Millionen Videos. Daraufhin haben 17 russische Fernsehsender Google vor Gericht verklagt. Die Gerichte haben außerdem höhere Bußgelder verhängt, von denen die Regierung hofft, dass sie Google zum Umdenken zwingen.
Russische Alternativen
Russland hat tatsächlich den Zugang zu mehreren großen Social-Media-Websites blockiert. Dazu gehören Twitter (jetzt bekannt als X), Facebook und Instagram. Interessanterweise ist YouTube immer noch zugänglich. Russland zögert, die Plattform zu blockieren. Die Sperrung des Zugriffs auf YouTube könnte dazu führen, dass sich die Bürger gegen die Regierung wenden, da täglich etwa 50 Millionen Russen darauf zugreifen.
In Ländern wie China, wo die Behörden beliebte westliche Dienste blockieren, haben Unternehmen ihre eigenen lokalen Alternativen geschaffen. Dazu gehören Bilibili, Baidu und Xiaohongshu, Chinas Antwort auf YouTube, Google bzw. Facebook. Russland hat etwas Ähnliches mit Plattformen wie VK, RuTube und Telegram gemacht.
Der Unterschied besteht darin, dass es keiner dieser Plattformen gelungen ist, YouTube in nennenswerter Weise herauszufordern. Dies könnte auch ein weiterer Grund sein, warum Russland zögert, YouTube komplett zu blockieren.