Das Halbleitergeschäft von Samsung befindet sich derzeit mitten in einer Krise, die direkt mit Samsung Foundry zusammenhängt. Die Fabriken des Unternehmens entsprechen nicht den modernsten Chipherstellungsprozessen, was zum Verlust potenzieller Verträge mit Großkunden führt. Samsung hat jedoch den Plan, die Lücke zu TSMC zu schließen und zu versuchen, sie in Zukunft zu besiegen und SMIC in Schach zu halten.
Das Halbleitergeschäft von Samsung hat seit einiger Zeit Probleme
Samsung Semiconductors und Samsung Foundry sind separate, aber eng miteinander verbundene Geschäftsbereiche. Samsung Semiconductors, das für das Chip-Design verantwortlich ist, verlässt sich auf den reibungslosen Ablauf von Foundry, der Abteilung, die sie herstellt. Allerdings steht die Foundry-Abteilung mit ihrer 3-nm-GAA-Technologie vor großen Herausforderungen, was die Implementierung des Exynos 2500-Chips in der Galaxy S25-Serie unmöglich macht.
Samsung hat Änderungen vorgenommen, um die Situation zu lösen. Eine der bedeutendsten war die Beförderung von Han Jin-man, der zuvor Executive Vice President des US-Chipgeschäfts von Samsung war, zum Leiter des gesamten Foundry-Geschäfts. Der erste Schritt der Exekutive bestand darin, eine „Zweigleisige Strategie” um Samsungs Wettbewerbsposition auf dem Halbleitermarkt zurückzugewinnen.
Dies ist Samsungs Plan, TSMC in Zukunft zu besiegen
Laut Han Jin-man wird sich das Unternehmen darauf konzentrieren, bei seinen 2-nm-Wafern eine hohe Ausbeute zu erzielen. Samsung möchte eine ähnliche Situation wie die aktuelle verhindern, in der die geringe Ausbeute seiner 3-nm-Wafer das Unternehmen überraschte. Der zweite Teil der Strategie besteht darin, nach Kunden zu suchen, die noch Halbleiterfertigung in älteren Prozessen (10 nm und älter) benötigen. Dadurch wird eine bessere Nutzung der Samsung Foundry-Kapazität gewährleistet und gleichzeitig mehr Umsatz erzielt.
Derzeit sind TSMC und SMIC die größten Bedrohungen für das Halbleitergeschäft von Samsung. TSMC ist mit einem Marktanteil von fast 65 % unangefochtener Marktführer. Samsung möchte die Ausbeute seines 2-nm-Prozesses steigern, um zu verhindern, dass sich alle großen Namen im nächsten Jahr ausschließlich an TSMC wenden. Die aktuelle Situation des Unternehmens hat dazu geführt, dass es wichtige Kunden wie NVIDIA, den Marktführer für KI-Chips, verloren hat. Sogar Google wird ab dem nächsten Jahr die Produktion von Tensor-Chipsätzen an TSMC verlagern.
SMIC ist zu einer potenziellen großen Bedrohung geworden
Die andere große Bedrohung für Samsung ist SMIC, der chinesische Chiphersteller, der vor allem für seine Zusammenarbeit mit Huawei bekannt ist. Offenbar ist die Marktlücke zwischen den beiden Unternehmen kleiner denn je. Bis zum zweiten Quartal 2024 hatte Samsung einen Marktanteilsvorsprung von 5,8 % vor dem chinesischen Unternehmen. Allerdings schrumpfte der Vorsprung des südkoreanischen Riesen bis zum vierten Quartal 2024 schnell auf nur noch 3,3 %. Bei diesem Tempo könnte sogar SMIC Samsung überholen, wenn sich nichts ändert.