Samsung sperrt möglicherweise das UWB-Tracking von Smart Tag für Galaxy-Geräte

Oscar

Die Offenheit von Android war schon immer einer der Hauptvorteile des Betriebssystems und seines Ökosystems. Jüngste Erkenntnisse deuten jedoch darauf hin, dass Samsung in puncto Zubehörkompatibilität möglicherweise dem Beispiel von Apple folgt. Insbesondere haben einige Benutzer des Samsung Galaxy S24 festgestellt, dass sich die hochpräzisen Tracking-Funktionen des Telefons unterschiedlich verhalten, je nachdem, wessen Name auf dem Smarttag steht.

Berichten zufolge sperrt Samsung das UWB-Tracking auf seine eigenen Tags auf Galaxy-Geräten.

Im Mittelpunkt des Problems steht Ultra-Wideband (UWB). Letzteres ist die Technologie, die es Ihrem Telefon ermöglicht, Sie zentimetergenau auf einen verlorenen Gegenstand hinzuweisen. Auf dem Papier sollte jeder UWB-kompatible Tracker mit einem UWB-fähigen Telefon funktionieren. Jüngste Erkenntnisse eines Reddit-Benutzers (über SamMobile) enthüllten jedoch ein merkwürdiges Software-Gate innerhalb der „ServiceMode“-Diagnose von Samsung.

Wenn das Galaxy S24 einen Samsung SmartTag+ erkennt, aktiviert es seine „TSS“-Engine (Time Synchronization System). Dies ermöglicht die vollständige Palette präziser Ortung: Richtungspfeile, Höhendaten und Augmented Reality (AR)-Führung. Wenn das Telefon jedoch mit einem Tracker eines Drittanbieters wie dem Moto Tag gekoppelt ist, bleibt die Richtungs-Engine Berichten zufolge deaktiviert. Das Ergebnis ist das, was Benutzer „UWB Lite“ nennen. Mit anderen Worten: Sie erhalten eine allgemeine Vorstellung von der Entfernung, die präzisen „heißen oder kalten“ Richtungspfeile bleiben jedoch gesperrt.

Eine fragmentierte Erfahrung

Die Situation wird noch verwirrender, weil die Erfahrung nicht für alle gleich ist. Einige technische Tests zeigen eine klare „Vendor-Sperre“ (wobei die Hardware vorhanden ist, aber durch die Firmware künstlich eingeschränkt wird). Unterdessen behaupten andere Benutzer, dass ihre Drittanbieter-Tags einwandfrei funktionieren. Diese Inkonsistenz deutet darauf hin, dass es sich bei der Einschränkung möglicherweise nicht um eine permanente „Mauer“ handelt, sondern vielmehr um eine komplexe Interaktion zwischen Samsungs spezifischem UWB-Stack und dem Google Find My Device-Netzwerk.

Für viele Fans scheint dies dem Geist von Android zu widersprechen. Wenn ein Telefon über die entsprechende Hardware verfügt – in diesem Fall den gleichen Qualcomm UWB-Chip wie im Pixel 8 Pro –, wird allgemein erwartet, dass es mit jedem kompatiblen Zubehör funktioniert. Durch die Priorisierung seiner eigenen SmartTags schafft Samsung effektiv einen „ummauerten Garten“, der Benutzer dazu anregt, Peripheriegeräte der Marke Samsung zu kaufen, wenn sie das bestmögliche Erlebnis wünschen.

Wir sind uns immer noch nicht im Klaren darüber, ob es sich hierbei um einen bewussten Geschäftsschritt oder eine vorübergehende Software-Hürde handelt. Dennoch löst in einem Markt, in dem Interoperabilität ein wichtiges Verkaufsargument ist, jeder Hinweis auf eine künstliche Einschränkung in der Regel eine lautstarke Reaktion der Community aus. Wenn Sie als Besitzer eines Galaxy auf der Suche nach einem Smart Tag sind, müssen Sie sich vorerst möglicherweise entscheiden, ob es sich lohnt, auf den Komfort eines Preisschilds eines Drittanbieters zu verzichten und auf die präzisesten Tracking-Funktionen zu verzichten.