Die österreichische Interessenvertretung Noyb hat Datenschutzbeschwerden gegen TikTok und fünf weitere chinesische Unternehmen in der EU eingereicht. Noyb behauptet, dass diese Technologiefirmen die Daten von Nutzern in der Europäischen Union rechtswidrig nach China übertragen.
Beschwerden über rechtswidrige Übermittlung von EU-Benutzerdaten nach China
Die Interessenvertretung Noyb hat Datenschutzbeschwerden gegen TikTok, Xiaomi, Temu, AliExpress, Shein und WeChat in der EU eingereicht. Sie stellen einen Vertrauensbruch dar, weil sie angeblich Daten von Nutzern aus der Europäischen Union nach China gesendet haben. Vier dieser Unternehmen geben in ihren Datenschutzrichtlinien ausdrücklich an, dass sie Daten von Europäern nach China senden. Zu diesen Firmen gehören TikTok, AliExpress, SHEIN und Xiaomi. Temu und WeChat erwähnen jedoch nur Datenübermittlungen in „Drittländer“.
Noyb sagt, dass das EU-Recht die Übermittlung von Benutzerdaten außerhalb Chinas klar vorschreibt. Unternehmen können Daten außerhalb der EU nur übertragen, wenn das Zielland den Datenschutz nicht beeinträchtigt. Unternehmen müssen eine gründliche Folgenabschätzung durchführen, um zu überprüfen, ob das Zielland die Sicherheit der EU-Daten gewährleistet.
Das in Wien ansässige Unternehmen Noyb sagte, dies sei seine erste Beschwerde gegen chinesische Firmen gewesen. Es hat sechs Beschwerden gegen die oben genannten chinesischen Firmen in Griechenland, den Niederlanden, Belgien, Italien und Österreich eingereicht. Sie will den Datentransfer nach China aussetzen und fordert Bußgelder. Diese Bußgelder können weltweit bis zu vier Prozent des Umsatzes eines Unternehmens betragen.
China sagt, dass es nicht gegen lokale Gesetze verstößt und Daten schützt
Ein chinesischer Außenminister sagte, die chinesische Regierung habe „niemals Unternehmen oder Einzelpersonen aufgefordert, Daten zu sammeln“ und werde dies auch nie tun. Es verlangt von Unternehmen nicht, der chinesischen Regierung Informationen aus anderen Ländern auf eine Weise zur Verfügung zu stellen, die gegen lokale Gesetze verstößt.
Darüber hinaus sagte ein Xiaomi-Sprecher, die Marke prüfe die Vorwürfe. Es würde uneingeschränkt mit den zuständigen Behörden zusammenarbeiten, um etwaige Probleme zu lösen, wenn diese sich aufgrund dieser Beschwerde an das Unternehmen wenden. Bisher haben die anderen fünf Unternehmen ihre Stellungnahmen zu den Beschwerden von Noyb nicht veröffentlicht.