Der Wettlauf um die Vorherrschaft der künstlichen Intelligenz hat gerade eine neue Intensität erreicht. Meta Platforms und AMD haben kürzlich eine umfangreiche KI-Chip-Partnerschaft im Wert von über 100 Milliarden US-Dollar angekündigt, ein Deal, der Meta schließlich zu einem der größten Anteilseigner von AMD machen könnte. Diese Zusammenarbeit zielt darauf ab, die enorme Rechenleistung bereitzustellen, die Mark Zuckerberg benötigt, um das zu erreichen, was er „persönliche Superintelligenz“ nennt.
Im Rahmen der Vereinbarung wird Meta in den nächsten fünf Jahren ausreichend AMDs neueste Hardware kaufen, um Rechenzentren mit einer Kapazität von bis zu 6 Gigawatt zu betreiben. Zum Vergleich: Ein Gigawatt reicht aus, um etwa 750.000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Der Deal hilft Meta dabei, seine Infrastruktur zu diversifizieren und seine starke Abhängigkeit vom KI-Marktführer Nvidia zu verringern.
Die finanzielle Struktur zeichnet diesen Deal aus. AMD bietet Meta-Optionsscheine zum Kauf von bis zu 160 Millionen Aktien – etwa 10 % des Unternehmens – für nur 0,01 US-Dollar pro Stück an. Allerdings gibt es einen Haken: Meta erhält diese Anteile nur, wenn bestimmte technische und kommerzielle Meilensteine erreicht werden. Darüber hinaus wird der letzte Teil der Aktienzuteilung nur freigeschaltet, wenn der Aktienkurs von AMD 600 US-Dollar erreicht. Dies ist ein deutlicher Sprung gegenüber der aktuellen Handelsspanne nahe 200 US-Dollar.
Diese Strategie nutzte AMD auch kürzlich bei einem Deal mit OpenAI. Es verknüpft den Erfolg des Chipherstellers im Wesentlichen mit seinen größten Kunden. Einige Kritiker bezeichnen dies als „zirkuläre Finanzierung“, doch die Anleger scheinen hoffnungsvoll, da der Aktienkurs von AMD nach den Nachrichten stieg.
Benutzerdefinierte Hardware für bessere KI
Eines der besten Dinge an dieser Meta-AMD 100b-Partnerschaft ist der Trend zur Individualisierung. Lisa Su, die CEO von AMD, sagte, dass der Deal maßgeschneiderte Chips umfasst, die speziell für die Arbeitslasten von Meta entwickelt wurden. Die neue MI450-Serie nutzt eine „Chiplet“-Architektur, die es Meta ermöglicht, die Hardware für Inferenz zu optimieren – den Prozess, bei dem ein KI-Modell tatsächlich auf die Frage eines Benutzers antwortet.
Der Social-Media-Riese kauft weiterhin Millionen Chips von Nvidia und entwickelt eigene Prozessoren. Dieser Deal mit AMD hingegen ist ein wichtiges drittes Standbein für Meta. Meta stellt sicher, dass seine KI-Ziele – von der Verbesserung von Instagram-Anzeigen bis zur Entwicklung fortschrittlicher großer Sprachmodelle – nicht durch die anhaltende globale Chipknappheit aufgehalten werden.
Die Idee der persönlichen Superintelligenz
Zuckerbergs Fokus auf „persönliche Superintelligenz“ zielt auf eine Zukunft ab, in der KI die Menschen tiefgreifend versteht und ihnen hilft. Dafür benötigen wir eine Rechenleistung, die noch vor wenigen Jahren undenkbar war. Allein im Jahr 2026 will Meta mehr als 135 Milliarden US-Dollar in die KI-Infrastruktur investieren. Die Partnerschaft mit AMD dient als Grundstein für das nächste Jahrzehnt der KI-Fortschritte.
Die erste Gigawatt-Rechenleistung aus dieser Partnerschaft beginnt noch in diesem Jahr mit der Bereitstellung. Wenn AMD diese maßgeschneiderten Lösungen erfolgreich in großem Maßstab liefern kann, könnte es endlich die erste echte Herausforderung für Nvidias Thron darstellen und gleichzeitig Meta die Leistung geben, die es braucht.