Letzten Monat schlug die Federal Communications Commission (FCC) eine neue Regelung vor, die Mobilfunkanbieter dazu verpflichtet, Handys innerhalb von 60 Tagen nach der Aktivierung zu entsperren. Die vorgeschlagene Regelung ist einen Schritt weitergekommen, nachdem die Behörde am Donnerstag einstimmig dafür gestimmt hatte. Sie wird nun eine öffentliche Bekanntmachung herausgeben und die Öffentlichkeit um Feedback zu einem Regelungsentwurf bitten.
Die FCC ist der Standardisierung des Telefon-Entsperrvorgangs und der Entsperrzeit einen Schritt näher gekommen
Die aktuellen Bestimmungen zum Entsperren eines netzgebundenen Telefons in den USA sind nicht ganz transparent. Es gibt kein Standardverfahren, sodass die Netzbetreiber je nach Gerät und Servicetyp (Prepaid oder Postpaid) unterschiedliche Regeln haben. Die offizielle Entscheidung der FCC besagt, dass „ein Netzbetreiber ein Gerät automatisch entsperren kann, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, den Kunden auf Anfrage Anweisungen zum Entsperren eines Geräts senden oder den Entsperrvorgang im Geschäft abschließen kann.“
Falls das nicht schon völlig abwegig klingt: Einige Mobilfunkanbieter erheben eine Gebühr für die vorzeitige Kündigung, um Telefone zu entsperren. Die FCC möchte den Prozess mit einem klaren und einheitlichen Regelwerk standardisieren. Ende Juni kündigte die Vorsitzende der Kommission, Jessica Rosenworcel, eine Bekanntmachung der vorgeschlagenen Regelsetzung (Notice of Proposed Rulemaking, NPRM) an, die alle Mobilfunkanbieter in den USA dazu zwingen, die von ihnen verkauften Telefone innerhalb von 60 Tagen nach der Aktivierung zu entsperren.
Die Kommission teilte mit, dass die vorgeschlagene Regelung auf ihrer öffentlichen Sitzung am 18. Juli diskutiert und anschließend abgestimmt werde. In der gestrigen FCC-Sitzung gab es keinen Widerspruch gegen den Vorschlag. Die einstimmige Abstimmung vom Donnerstag bedeutet, dass der Regelungsentwurf nun in die nächste Phase übergeht. Die FCC wird die Öffentlichkeit um Stellungnahme zu den Auswirkungen bitten. Unter anderem möchte die Behörde wissen, ob die neue Regelung für bestehende oder nur für künftige Dienstleistungsverträge gelten soll.
„Neue Entsperrungsregeln würden es den Verbrauchern ermöglichen, ihre vorhandenen Telefone mitzunehmen und einfacher von einem Mobilfunkanbieter zu einem anderen zu wechseln“, sagte die FCC in einer offiziellen Pressemitteilung nach der einstimmigen Abstimmung am Donnerstag. „Die Entsperrung von Mobiltelefonen kann die Auswahlmöglichkeiten der Verbraucher und den Wettbewerb auf dem Markt der Mobilfunkanbieter erhöhen … und die Verwirrung der Kunden verringern, indem für alle Anbieter die gleichen Entsperrungsregeln gelten.“
Die FCC möchte auch wissen, wie sich die Regel auf Dienstanbieter auswirkt
Die vorgeschlagene neue Regelung zum Entsperren von Telefonen dürfte in der Öffentlichkeit auf überwältigende Zustimmung stoßen. Allerdings könnten die Netzbetreiber das Gefühl haben, von der FCC ungerecht behandelt worden zu sein. Aus diesem Grund bittet die Behörde um Kommentare dazu, wie sich die Regelung auf die Dienstanbieter auswirkt. Sie möchte wissen, ob eine 60-tägige Entsperrungspflicht Auswirkungen auf die Anreize hätte, die sie ihren Kunden bieten. Die FCC möchte außerdem wissen, ob kleinere Anbieter, Neueinsteiger und Wiederverkäufer von der Regelung profitieren können.