Bereits im Mai gab T-Mobile bekannt, dass es den Großteil von US Cellular übernehmen werde. Das Unternehmen wollte das Funkspektrum von US Cellular nutzen, um seine Abdeckung in ländlichen Gebieten zu verbessern und so vier Millionen neue Kunden zu gewinnen. Das zumindest teilte T-Mobile dem Justizministerium und der Federal Communications Commission mit.
Nun mischt sich der Kongress ein. Sechs Senatoren, allesamt Demokraten, schrieben in einem Brief, dass sie der Ansicht seien, der Plan würde die Kosten für die Kunden erhöhen und die Auswahlmöglichkeiten einschränken. In dem Brief schreiben die Senatoren: „Eine weitere Konsolidierung des Marktes hätte weitreichende Auswirkungen, würde die Auswahlmöglichkeiten für die Kunden verringern, die Bestände an drahtlosen Frequenzen weiter konzentrieren und möglicherweise zu höheren Preisen und anderen Nachteilen für die Verbraucher im ganzen Land führen.“
Die Senatoren haben recht dass es wahrscheinlich die Tarife für Kunden erhöhen würde, aber man sollte dabei bedenken, dass US Cellular nur in etwa 21 Staaten verfügbar war. Das bedeutet, dass weniger als die Hälfte des Landes US Cellular ohnehin nicht nutzen konnte. Ende 2023 verfügt der Anbieter derzeit über etwa 4,5 Millionen Einzelhandelsanschlüsse. US Cellular ist der fünftgrößte Anbieter des Landes, hinter Verizon, AT&T, T-Mobile, und Boost Mobile. Mit den zusätzlichen Kunden von US Cellular bliebe T-Mobile auf dem dritten Platz, käme aber noch näher an die Zahlen von AT&T heran. Mit diesem Argument brachten sie vor einigen Jahren die Genehmigung der Sprint-Fusion durch.
Senatoren bitten das Justizministerium außerdem, die Abwicklung der T-Mobile/Spring-Fusion in Erwägung zu ziehen
Apropos Spring-Fusion: Sowohl die Senatoren Warren als auch Klobuchar hatten zuvor Bedenken gegen die Übernahme von Sprint durch T-Mobile geäußert. Nun fordert die Gruppe der Sechs das Justizministerium auf, die Rückabwicklung der Fusion in Erwägung zu ziehen. Sie argumentieren, dass sie die Kunden konkurrierender Mobilfunkanbieter Milliarden von Dollar kostet.
In dem Brief wiesen die Senatoren darauf hin, dass durch die Fusion „ein Billiganbieter vom Markt verdrängt wurde, wodurch der Wettbewerbsdruck auf die verbleibenden nationalen Mobilfunkanbieter, die ihre Preise aggressiv senken wollen, abnimmt.“
Könnte das Justizministerium bei der Sprint-Fusion seinen Kurs ändern? Das ist möglich. Die Fusion wurde unter der Trump-Regierung genehmigt, und normalerweise sind demokratische Regierungen eher zögerlich, Fusionen dieser Art zu genehmigen. Tatsächlich versuchten die beiden Unternehmen unter der Obama-Regierung zu fusionieren, aber das klappte nicht, also warteten sie, bis ein Republikaner ins Amt kam.