Apple hat einige der Beschränkungen der Spotify-App zurückgenommen. Die Entscheidung fällt Monate nach einer hohen Geldstrafe von 2 Milliarden Dollar durch die EU, die das Ergebnis eines vier Jahre andauernden Rechtsstreits war, in dem Spotify argumentiert, Apple habe die Zahlungsoptionen zugunsten von Apple Music eingeschränkt.
Apple-Richtlinien beschränken die Zahlungsoptionen bei Spotify und anderen Apps
Apple ist eines der am wenigsten offenen Unternehmen, was In-App-Zahlungen angeht. Lange Zeit hat das Unternehmen Entwickler gezwungen, Apples Zahlungssystem für alle In-App-Transaktionen zu implementieren. Dadurch kann der Riese aus Cupertino 30 % von jeder Transaktion einbehalten. Gleichzeitig erlaubt das Unternehmen Entwicklern nicht, alternative Zahlungsmethoden zu implementieren. Während einige Apps aus dem einen oder anderen Grund von der Gebühr befreit sind, kann sich das jederzeit ändern. Aus diesem Grund werden die neuen Abonnements von Patreon auf iOS ab November teurer sein.
Aber nicht nur das, denn Apple verbietet auch jeglichen Hinweis auf mögliche Zahlungen außerhalb der App. So können iOS-Apps von Drittanbietern beispielsweise keine Abonnementpreise anzeigen, ohne das Zahlungssystem von Apple zu implementieren. Entwickler können auch keine Links oder Weiterleitungen zu ihrer Website einfügen, um eine Transaktion abzuschließen. Letzteres würde es den Benutzern ermöglichen, etwas Geld zu sparen, indem sie die App Store-Gebühr vermeiden, aber Apple gefällt diese Idee nicht.
Für diese überzogenen Maßnahmen wurde Apple im März in der EU mit einer hohen Geldstrafe von rund 2 Milliarden Dollar belegt. Doch selbst nach der Geldstrafe gab Spotify bekannt, dass Apple ein App-Update blockierte, weil es Informationen über Zahlungen über die Website und Abonnementpreise enthielt. Nun scheint Apple neue Sanktionen vermeiden zu wollen und hat daher seine Maßnahmen gegen die Spotify-App zurückgenommen.
Die Spotify iOS-App kann jetzt Preise anzeigen, ohne das Zahlungssystem von Apple zu implementieren
Die Spotify-App für iOS kann nun also Abonnementpreise anzeigen und Benutzer über die Möglichkeit informieren, Abonnements über die Website zu bezahlen, ohne das Zahlungssystem von Apple zu implementieren. Es scheint jedoch, dass Apple es Entwicklern immer noch nicht erlaubt, einen Link oder eine Schaltfläche bereitzustellen, die Benutzer direkt auf die Website führt, um den Vorgang zu vereinfachen.
In der neuesten Aktualisierung des Blogeintrags von Spotify heißt es: „Leider können Spotify und alle Musik-Streaming-Dienste in der EU den Verbrauchern immer noch nicht einfach die Möglichkeit geben, auf einen Link zum Kauf in der App zu klicken. Grund dafür sind die illegalen und räuberhaften Steuern, die Apple trotz der Entscheidung der Kommission weiterhin verlangt.“
Spotify hält die Maßnahmen von Apple nach wie vor für unzureichend. Es bleibt abzuwarten, ob der Gigant aus Cupertino in Zukunft etwas mehr nachgibt, um neuen Bußgeldern zu entgehen.