Facebook-Partner hat Software, die Ihre Gespräche abhört

Oscar

Dass internetfähige Geräte Gespräche zu Werbezwecken abhören können, ist schon seit einiger Zeit ein Diskussionsthema. Viele haben Fälle beschrieben, in denen sie kurz nach einem Gespräch mit jemandem Werbung für ein bestimmtes Produkt erhielten. Nun enthüllt ein Leck, dass ein Facebook-Partner über eine Software verfügt, die den Leuten zuhört, um gezieltere Werbung zu entwickeln.

Vielleicht waren Sie auch schon einmal in einer ähnlichen Situation. Vielleicht haben Sie eines Tages ein Produkt erwähnt, an dem Sie interessiert waren, und kurz darauf haben Sie eine entsprechende Werbung gesehen. Das kann auch passieren, wenn Sie über Shows oder Serien sprechen. Es gab jedoch keine Möglichkeit, objektiv zu beweisen, dass ein bestimmtes Gerät oder eine bestimmte App Ihnen ständig zuhörte.

Leck enthüllt, dass Facebook-Partner Gespräche von Menschen abhört, um gezielte Werbung zu machen

Cox Media Group (CMG), einer der großen Player im US-Fernseh- und Radiobereich, verfügt angeblich über eine „Active Listening“-Software, die genau das tut. Laut dem Bericht von 404 Media würde die Software ein künstliches Intelligenzmodell verwenden, um nützliche Teile von Benutzergesprächen aufzuzeichnen. Das Unternehmen würde die Daten mithilfe von Mobiltelefonen und anderen Geräten mit Mikrofonen sammeln, die mit dem Internet verbunden sind. Anschließend würde CMG die Daten über das Verhalten und die Gespräche der Person verwenden, um effektivere, zielgerichtete Anzeigen zu erstellen.

Es gibt nicht viele technische Details darüber, wie CMG die Gespräche aufgezeichnet hat. Wenn es dies mit Kunden tut, verwendet es möglicherweise seine eigenen Apps. Dazu müssten sie jedoch auch vom Benutzer sensible Berechtigungen erteilen, beispielsweise den Zugriff auf das Mikrofon. Es gibt ohnehin unzählige Fälle von Leuten, die eine App herunterladen und einfach alle angeforderten Berechtigungen erteilen. Leider denken nicht viele über die möglichen Folgen nach.

Das Team von 404 Media entdeckte die „Active Listening“-Software durch eine CMG-Präsentation, die ihnen in die Hände fiel. Ein Beitrag im offiziellen Blog von Cox deutete bereits auf die Existenz einer ähnlichen Software hin. „Wir wissen, was Sie denken. Ist das überhaupt legal? Es ist legal, dass Telefone und Geräte Sie abhören. Wenn Verbraucher beim Download oder Update einer neuen App irgendwo im Kleingedruckten auf eine mehrseitige Nutzungsvereinbarung stoßen, ist Active Listening oft enthalten“, hieß es in dem inzwischen gelöschten Blogbeitrag.

Google und Amazon angeblich beteiligt

Neben Facebook standen auch Google und Amazon auf der Kundenliste von Cox für die Software, die Gespräche der Leute abhört, um gezielte Werbung zu schalten. Als Reaktion auf den Bericht entfernte Google das Unternehmen jedoch aus seiner Liste der Partnerprogramme. In der Zwischenzeit untersucht Meta Berichten zufolge die Situation noch immer, um zu entscheiden, welche Maßnahmen zu ergreifen sind.