Intel könnte in Qualcomm eine der Geldquellen finden, nach denen sie so eifrig suchen. Die Kultmarke für Prozessoren für Desktop-PCs, Laptops und Server macht schwierige Zeiten durch. Das jüngste Fiasko mit den Core-Prozessoren der 13. und 14. Generation hat die Situation noch verschlimmert. Qualcomm könnte jedoch daran interessiert sein, Intels Chipdesign-Geschäft zu übernehmen.
Qualcomm ist einer der großen Player im Smartphone-Segment. Jedes Jahr legen die Community und die Branche als Ganzes den höchsten Wert auf Snapdragon-Prozessoren. Die meisten mobilen Flaggschiffe verlassen sich auf Qualcomm, was Ansehen und Zuverlässigkeit angeht. MediaTek hat jedoch im Laufe der Jahre schnell expandiert und sich als beeindruckender Konkurrent etabliert. Die Situation zwang Qualcomm dazu, seine Produkte noch wettbewerbsfähiger zu machen.
Berichten zufolge erwägt Qualcomm die Übernahme der Chipdesignabteilung von Intel
Qualcomm erwägt als einen seiner nächsten Schritte zur Stärkung seines Geschäfts die Übernahme der Chipdesignabteilung von Intel. Laut Reuters ist das PC-Designgeschäft von Intel für Qualcomm von „erheblichem Interesse“. Allerdings erwägt Qualcomm angeblich, alle Designeinheiten von Intel zu übernehmen. Der dedizierte Serverbereich von Intel würde für Qualcomm laut dem Bericht wenig Sinn ergeben. Schließlich ist Qualcomm in diesem Segment nicht präsent.
Ein möglicher Deal zwischen den beiden Unternehmen ist jedoch noch weit entfernt. Die Quelle sagt, Qualcomm habe Intel noch nicht kontaktiert, um Verhandlungen aufzunehmen. Dennoch glauben die Führungskräfte von Qualcomm, dass die Übernahme des Chipsegments von Intel ein wichtiger Schritt für die Zukunft sein könnte. Tatsächlich prüft das Unternehmen die Übernahme seit Monaten. Reuters schließt zukünftige Änderungen nicht aus, wie einige Quellen angedeutet haben. Obwohl das Interesse besteht, gibt es in dieser Angelegenheit noch keine feste Entscheidung.
Intels aktuelle Situation ist heikel
Ein Intel-Sprecher sagte unterdessen als Reaktion auf die Gerüchte, dass das Unternehmen „sich zutiefst unserem PC-Geschäft verpflichtet“ fühle. Das letzte Jahr war für Intel jedenfalls besonders katastrophal. Die Kontroverse um die frühzeitige Verschlechterung der Core-Chips der 13. und 14. Generation hat bei den Stammkunden Misstrauen geweckt. Seit Januar sind die Aktien des Unternehmens zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels um mehr als 59 % gefallen.
Anfang August bestätigte Intel Pläne, 15 % seiner Belegschaft abzubauen, was etwa 15.000 Stellen entspricht. Das Unternehmen will Berichten zufolge auch einige Bereiche und Vermögenswerte verkaufen, um voranzukommen. Dies könnte also der ideale Zeitpunkt für Qualcomm sein, wenn das Interesse an Intels Chipdesign-Geschäft groß ist.