Meta steckt in der Europäischen Union wieder einmal in Schwierigkeiten. Die EU ermittelt gegen Meta, weil es Bedenken gibt, dass das Unternehmen sein soziales Netzwerk Facebook ungerechtfertigterweise zu seinem Marketplace-Dienst hinzugefügt haben könnte. Dies verschafft Marketplace einen ungerechtfertigten Vorteil im Bereich der Online-Marktplätze, sagte die Regulierungsbehörde. Meta könnte in der EU wegen des Wettbewerbs auf Marketplace mit hohen Geldstrafen belegt werden, sollte es für schuldig befunden werden.
Meta ist wegen unlauterem Marktplatzwettbewerb erneut auf dem Radar der EU
Laut Financial Times drohen Meta in der EU hohe Geldstrafen wegen unlauteren Wettbewerbs auf dem Marktplatz. Die EU behauptet, dass Meta den Kleinanzeigenmarkt mit unfairen Taktiken dominiert. Die Wettbewerbsbehörde befürchtet, dass Meta Marketplace durch die Integration in das soziale Netzwerk Facebook einen unfairen Vorteil verschafft hat.
Durch die Integration hat Marketplace eine viel größere Reichweite als die Konkurrenz. Darüber hinaus befürchtet die Regulierungsbehörde, dass Meta möglicherweise Benutzerdaten von Facebook verwendet, um Marketplace-Verkäufern einen Vorteil zu verschaffen. Die EU deutet an, dass Meta kostenlos auf Daten von Unternehmen zugegriffen hat, um dann Anzeigen an Benutzer zu verkaufen. Dies verschafft dem Unternehmen einen räuberischen Vorteil gegenüber seinen Konkurrenten.
Insbesondere leitete die EU diese Kartelluntersuchung im Jahr 2019 nach Anschuldigungen konkurrierender Marken ein. Die anderen Technologieunternehmen behaupteten, dass Facebook seine marktbeherrschende Stellung missbrauche, indem es kostenlose Dienste anbiete und gleichzeitig von Benutzerdaten profitiere. Darüber hinaus legte die Aufsichtsbehörde im Dezember 2022 erste Erkenntnisse vor, dass Meta den Wettbewerb verzerre. Diese Anschuldigungen betrafen insbesondere den Markt für Online-Kleinanzeigen.
Meta könnte wegen Marktplatz-Wettbewerbs mit Geldbußen von bis zu 10 Prozent seines weltweiten Umsatzes rechnen
Der Bericht erwähnt weiter, dass die EU Meta im Falle einer Verurteilung mit einer Geldstrafe von bis zu 10 Prozent seines weltweiten Umsatzes belegen könnte. Der weltweite Umsatz des Unternehmens lag im Jahr 2023 Berichten zufolge bei rund 135 Milliarden Dollar. Die Gesamtstrafe könnte jedoch viel geringer ausfallen, das wird sich erst mit der Zeit zeigen. Die Quelle sagt, die Entscheidung der Regulierungsbehörde in dieser Angelegenheit könnte bereits im Oktober fallen. Mit ziemlicher Sicherheit wird Meta gegen die Höhe der Geldbußen Berufung einlegen.
Besonders bemerkenswert ist, dass die jüngste Untersuchung der EU zu Meta in einer Zeit erfolgt, in der die Kartellstrafen gegen große Technologiegiganten immer höher werden. Erst heute wurde Apple mit einer Sammelklage der EU in Höhe von 62 Millionen Euro wegen unfairer Gebühren konfrontiert.