Für die Chipfertigungssparte von Samsung sind dies nicht die einfachsten Zeiten. Kürzlich schätzten Analysten, dass Samsung Foundry große Betriebsverluste verzeichnen würde. Solche Verluste würden sich auf den Gesamtergebnisbericht von Samsung Electronics auswirken. Jetzt sind die vorläufigen offiziellen Ergebnisse offiziell und Samsung hat sich bei den Anlegern dafür entschuldigt, dass das Unternehmen hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, während sein Geschäft mit Speicherchips im KI-Zeitalter an Schwung verliert.
Der Umsatz von Samsung Electronics stieg, der Gewinn blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück
Laut Analysten werden Samsung Foundry und Samsung System LSI in diesem Jahr Betriebsverluste von 2,08 Billionen Won (ca. 1,55 Milliarden US-Dollar) verzeichnen. Im Jahr 2023 haben diese Divisionen bereits Verluste von 3,18 Billionen Won (ca. 2,4 Milliarden US-Dollar) gemeldet. Die vorläufigen Finanzergebnisse des Unternehmens gehen zwar nicht auf spezifische Details zu Samsung Foundry und Samsung System LSI ein, sie bestätigen jedoch die Auswirkungen auf die Gesamtergebnisse des Unternehmens. Die vollständigen Ergebnisse werden am 31. Oktober verfügbar sein.
Investoren hatten geschätzt, dass der Betriebsgewinn von Samsung für dieses Geschäftsjahr 10 Billionen Won (etwa 7,42 Milliarden US-Dollar) erreichen würde. Allerdings meldete das Unternehmen 9,1 Billionen Won (ca. 6,75 Milliarden US-Dollar). Interessanterweise stellt der ausgewiesene Gewinn eine Steigerung von 274,5 % gegenüber dem Vorjahr dar. Das dritte Quartal 2024 brachte ein Umsatzwachstum von 17,2 % im Vergleich zum dritten Quartal 2023. Die Gesamtergebnisse liegen jedoch deutlich unter den Erwartungen. Dies spiegelt sich in einem Vertrauensverlust der Aktionäre und einem möglichen Kapitalverlust wider.
Während Analysten erhebliche Betriebsverluste für die Geschäftsbereiche Samsung Foundry und Samsung System LSI erwarten, haben andere, wie etwa Samsung Device Solutions (DS), ihre finanzielle Leistung im letzten Quartal verringert. Als Hauptgrund nennt das Unternehmen einmalige Kosten, etwa Anreizregelungen. Das ist also theoretisch etwas, was Samsung bereits eingeplant hatte. Allerdings gibt es auch negative externe Faktoren, wie zum Beispiel den Wechselkurseffekt. Samsung Device ist die Abteilung, die neben anderen Schlüsselkomponenten für die Bereitstellung von Speicher an Dritte zuständig ist.
Samsung entschuldigt sich für die schlechten Ergebnisse, während die Abteilung für KI-Speicherchips hinter der Konkurrenz zurückbleibt
Derzeit rühmt sich Samsung, der weltweit größte Hersteller von Speicherchips zu sein. Doch selbst diese privilegierte Stellung reicht angesichts des harten Wettbewerbs auf dem heutigen Markt nicht aus. Im Zeitalter der künstlichen Intelligenz gehören Speicherchips zu den wichtigsten Komponenten. Unternehmen, die die beste Hardware entwickeln, werden sich also einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. SK Hynix, ein koreanischer Speicherlieferant, war der erste, der 36-GB-12-Layer-HBM3E-Chips herstellte.
Die Konkurrenz durch koreanische und chinesische Anbieter nimmt einen Teil der Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory-KI-Chips (HBM) von Samsung weg. Die neueste Entwicklung des Unternehmens in diesem Segment, HBM3E 8Hi, hat sich verzögert und befindet sich noch in der Qualitätsprüfung durch NVIDIA. Bei der nächsten Generation, HBM3E 12Hi, verzeichnen Unternehmen wie SK Hynix und Micron schnellere Fortschritte.
Samsungs Plan, die Situation anzugehen
Jeon Young-hyun, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Samsung, gab Hinweise, wie das Unternehmen versuchen werde, mit der Situation umzugehen. „Ich glaube, dass nur neue Technologien, die es auf der Welt nicht gibt, und perfekte Qualitätswettbewerbsfähigkeit die einzigen Möglichkeiten für Samsung Electronics sind, ein Comeback zu schaffen“, schrieb Jeon in einer Entschuldigung an die Investoren.
Grundsätzlich möchte Samsung durch die Entwicklung weiterer Produkte und Technologien der Branche einen Schritt voraus sein. Sie werden sich auch mehr auf die Entwicklung langfristiger als auf kurzfristige Lösungen konzentrieren. Schließlich wird Samsung in Bezug auf die Kommunikation mit einer neu durchdachten Unternehmenskultur offener sein.