Die Dominanz von Google bei der Suche bedeutet, dass eine große Mehrheit der Menschen auf der ganzen Welt täglich stark auf die Dienste des Unternehmens angewiesen ist. Zu diesem Zweck hat Google Wege gefunden, um den Nutzern auf seiner Suchplattform das Auffinden von Informationen zu erleichtern. Für andere ist dies jedoch manchmal mit Kosten verbunden. Aus diesem Grund droht Google in einem Kartell-Preisvergleichsverfahren nun ein saftiges Bußgeld in Höhe von 572 Millionen Euro in Deutschland.
Google muss wegen kartellrechtlichem Preisvergleich eine hohe Geldstrafe verhängen
Wie gesagt, Google hat seine Suchdienste zu mehr als nur der Suche nach Themen gemacht. Mit Google Flights können Sie ganz einfach Flüge finden und mit Google Shopping schnell und einfach Preisvergleiche durchführen. Leider führten die Dominanz von Google und die Einfachheit seiner Dienste dazu, dass andere Preisvergleichsseiten „leiden“ mussten.
Aus diesem Grund wurde Google von zwei Unternehmen in Deutschland verklagt: Idealo und Producto, zwei Websites, die ebenfalls Preisvergleichsdienste anbieten. Den deutschen Gerichten zufolge muss Google beiden Unternehmen nun insgesamt 572 Millionen Euro wegen seiner Preisvergleichs-Kartellpraktiken zahlen.
465 Millionen Euro gehen an Idealo, die restlichen 107 Millionen Euro gehen an Producto. Das ist deutlich weniger, als beide Unternehmen ursprünglich gefordert hatten. Idealo hatte Schadensersatz in Höhe von 3,3 Milliarden Euro gefordert und das Unternehmen erklärte, es wolle den Kampf gegen Google fortsetzen und den vollen Schadensersatz fordern, auf den es ursprünglich geklagt hatte.
In einer Erklärung von Idealo-Mitgründer und CEO Albrecht von Sonntag heißt es: „Wir begrüßen, dass das Gericht Google zur Rechenschaft zieht. Doch die Folgen der Eigenbegünstigung gehen weit über den zugesprochenen Betrag hinaus. Wir werden weiter kämpfen – denn Marktmissbrauch muss Konsequenzen haben und darf nicht zu einem lukrativen Geschäftsmodell werden, das sich trotz Bußgeldern und Entschädigungszahlungen lohnt.“
Nicht Googles erstes Kartell-Rodeo
Dies ist nicht das erste Mal, dass Google beschuldigt wird, seine Dominanz zu nutzen, um sich einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz zu verschaffen. In jüngerer Zeit behaupten viele Herausgeber und Websitebesitzer, dass die zunehmende Verfügbarkeit von KI-Übersichten zu einem Rückgang des Datenverkehrs geführt habe. Dies liegt daran, dass Benutzer eine Website nicht mehr besuchen müssen, wenn AI Overviews ihnen das bieten kann, was sie benötigen.
Aufgrund der Dominanz von Google gab es tatsächlich Forderungen nach einer Zerschlagung des Unternehmens. Dazu gehörten Vorschläge an Google, einige seiner aktuellen Produkte und Dienste wie Chrome zu veräußern. Dem Unternehmen ist das Unternehmen nur knapp entgangen, aber wer kann schon sagen, dass die Regulierungsbehörden bei weiteren Vorfällen dieser Art in der Zukunft diese Idee noch einmal überdenken werden?