Machen Sie sich bereit, mehr für Ihr nächstes Telefon zu bezahlen, und zeigen Sie mit dem Finger auf das Segment der künstlichen Intelligenz. Laut einer neuen Studie von Counterpoint trifft der enorme weltweite Bedarf an KI-Rechenzentren indirekt den Durchschnittsverbraucher, erhöht die Kosten für Schlüsselkomponenten – hauptsächlich Speicher – und treibt die Smartphone-Preise auf breiter Front in die Höhe.
Das Kernproblem liegt bei Speicherchips, insbesondere DRAM. Diese Komponente ist sowohl für KI-Server der nächsten Generation (wie diejenigen, auf denen Nvidia-Systeme laufen) als auch für unsere Telefone von entscheidender Bedeutung. Da die Nachfrage aus Rechenzentren, in denen die Gewinnmargen höher sind, stark ansteigt, wird das Angebot für den Markt für Standard-Smartphones knapper. Es überrascht nicht, dass diese Knappheit zu einem Anstieg der Speicherpreise führt.
Die Nachfrage nach KI-Servern treibt die weltweiten Telefonpreise in die Höhe
Für 2026 prognostizieren die Analysten einen schwierigen Markt. Die weltweiten Smartphone-Lieferungen dürften nun um 2,1 % schrumpfen, was bisherige Wachstumsprognosen ins Gegenteil verkehrt. Dies ist eine direkte Reaktion auf die steigenden Kosten für die Herstellung von Telefonen.
Wir sehen bereits, dass die Komponentenkosten (die Stückliste oder BoM) erheblich steigen. Low-End-Telefone (unter 200 US-Dollar) sind am stärksten betroffen und verzeichnen in diesem Jahr einen Anstieg der Produktionskosten um 20 bis 30 %. Mittel- bis High-End-Geräte sind mit BoM-Anstiegen zwischen 10 % und 15 % nicht davongekommen. Counterpoint warnt davor, dass die Speicherpreise bis zur ersten Hälfte des Jahres 2026 um weitere 40 % steigen könnten, was die BoM-Kosten noch weiter in die Höhe treiben würde.
Am Ende werden große Technologiemarken diese Kosten an den Käufer weitergeben. Counterpoint geht davon aus, dass der durchschnittliche Verkaufspreis (ASP) aller Smartphones im Jahr 2026 um 6,9 % steigen wird. Das ist deutlich mehr als ursprünglich prognostiziert.
Wer übersteht die Komponentenkrise?
Nicht alle Hersteller stehen unter dem gleichen Druck. Untersuchungen legen nahe, dass Giganten wie Apple und Samsung am besten in der Lage sind, mit der Komponentenknappheit und den hohen Preisen umzugehen. Ihre Größe, ihr breites Produktsortiment und ihre starke Präsenz auf dem Premiummarkt ermöglichen ihnen mehr Flexibilität bei der Kostenabsorption und der Verwaltung der Gewinnmargen.
Der Druck wird auf kleinere Marken am härtesten sein. Dies gilt insbesondere für diejenigen, die sich auf den mittleren bis unteren Markt konzentrieren, wie beispielsweise chinesische Hersteller. Um damit fertig zu werden, treffen einige Unternehmen bereits schwierige Entscheidungen. Es kommt immer wieder vor, dass Hersteller andere Komponenten herabstufen – etwa Kameramodule, Displays oder Audiofunktionen. Einige verwenden sogar ältere Teile wieder, um die explodierenden Speicherkosten auszugleichen.
Um die Hürden zu überwinden, werden die Hersteller wahrscheinlich versuchen, ihre Portfolios umzustrukturieren. Sie könnten Verbraucher zu teureren „Pro“-Varianten drängen. Diese bieten höhere Gewinnspannen, sodass die Auswirkungen der steigenden Speicherkosten vergleichsweise geringer sind. Wie dem auch sei, die Verbraucher können mit einem knapperen Geldbeutel und möglicherweise etwas niedrigeren Spezifikationen für kommende Telefone rechnen. Wenn Sie über ein Upgrade nachdenken, ist jetzt vielleicht der richtige Zeitpunkt dafür.