Das US-Justizministerium (DOJ) leitet eine Untersuchung gegen Google und Verizon wegen Betrugs im großen Stil ein. Die Regierung greift auf den False Claims Act zurück, der üblicherweise zur Bestrafung von Finanzdelikten wie überhöhten Rechnungen eingesetzt wird. Beamte nutzen es nun, um Unternehmen zu verfolgen, die DEI-Programme am Laufen gehalten und gleichzeitig Bundesgelder erhalten haben.
Google und Verizon stehen vor einer Untersuchung des US-Justizministeriums wegen potenziellem DEI-Betrug
Die Untersuchung basiert auf einer neuen Rechtstheorie, die unter der aktuellen Regierung eingeführt wurde. Beamte argumentieren, dass Unternehmen, die sich bei ihren Einstellungs- und Beförderungsprozessen zu DEI-Initiativen verpflichten, die Regierung möglicherweise über die Einhaltung der Antidiskriminierungsgesetze des Bundes in die Irre geführt haben. Durch die Zertifizierung, dass sie leistungsbasierte Standards befolgen und gleichzeitig Diversitätsziele verfolgen, legt das DOJ nahe, dass diese Firmen technisch gesehen „falsche Zahlungsansprüche“ eingereicht haben.
Der Druck auf Technologiegiganten wie Google und Verizon hat sich nach einer Durchführungsverordnung zur Abschaffung bundesstaatlicher DEI-Programme verstärkt. Beide Unternehmen haben ihre Initiativen schließlich zurückgenommen – Google Anfang Februar und Verizon im Mai. Berichten zufolge prüfen die Ermittler jedoch, ob sie nach der Richtlinienänderung am 20. Januar nicht schnell genug nachgekommen sind. Das DOJ hat bereits eine erhebliche Menge an internen Dokumenten und Aufzeichnungen zu Arbeitsplatzprogrammen angefordert. Sie zielen darauf ab, festzustellen, ob vorsätzlicher Betrug vorliegt.
Erweiterung des Geltungsbereichs des False Claims Act
Dieser Schritt markiert eine wesentliche Erweiterung der Reichweite des False Claims Act. In der Vergangenheit wurde diese „Waffe“ eingesetzt, um Verschwendung bei der Auftragsvergabe im Verteidigungsbereich oder im Gesundheitswesen auszumerzen. Der Einsatz als Instrument zur Durchsetzung von Bürgerrechten zur Bekämpfung von Einstellungspraktiken ist beispiellos. Rechtsexperten warnen, dass die Hürde für die Regierung vor Gericht hoch ist. Um obsiegen zu können, müssen Staatsanwälte nachweisen, dass die Sozialpolitik eines Unternehmens „wesentlich“ für den Vertrag war – was bedeutet, dass die Regierung die Zahlung zurückgehalten hätte, wenn sie gewusst hätte, dass die DEI-Programme existieren.
Der Privatsektor spürt bereits die Auswirkungen dieser Untersuchungen. Die Untersuchung ging über die Technologie- und Telekommunikationsbranche hinaus und umfasste auch die Automobil-, Pharma- und Verteidigungsindustrie. Die Drohung des False Claims Act mit dreifachem Schadensersatz und hohen Geldstrafen stellt ein großes finanzielles Risiko für einen Mobilfunkanbieter wie Verizon dar, der in letzter Zeit Schwierigkeiten hatte, Kunden zu halten.
Das DOJ trifft sich weiterhin mit Unternehmensführern und überprüft interne Daten. Der Ausgang bleibt jedoch ungewiss. Dennoch ist die Botschaft an die Auftragnehmer des Bundes klar: Die Verwaltung strebt ein streng leistungsorientiertes Compliance-Modell an. Die zur Durchsetzung eingesetzten rechtlichen Instrumente werden aggressiver denn je.