Millionen von Kindern lügen, um Instagram beizutreten

Oscar

Die Social-Media-Branche steht derzeit vor einer juristischen Auseinandersetzung, die Experten als ihren „Big Tobacco“-Moment bezeichnen. Im Zentrum dieses Sturms steht ein bahnbrechender Prozess in Los Angeles, bei dem Mark Zuckerberg, CEO von Meta, kürzlich Stellung bezogen hat. In dem Fall, der Ende Januar begann, geht es um eine junge Frau, die behauptet, dass Meta und die Social-Media-Plattformen von Google (wie Instagram und YouTube) Sucht fördern und bei jungen Nutzern erhebliche psychische Schäden verursachen.

Zuckerberg gibt vor Gericht zu, dass viele Nutzer auf Instagram über ihr Alter lügen

Während seiner Aussage heute (Mittwoch) ging Zuckerberg auf ein anhaltendes Problem für Social-Media-Plattformen ein. Er erklärte, dass Benutzer häufig über ihr Alter lügen. Auf die Frage nach Dokumenten, die darauf hindeuten, dass 4 Millionen Kinder unter 13 Jahren in den USA Instagram nutzen, stellte Zuckerberg fest, dass eine beträchtliche Anzahl von Minderjährigen bei der Anmeldung Altersbeschränkungen umgeht.

Er behauptete, Meta entferne minderjährige Benutzer, sobald sie identifiziert würden. Die Rechtsabteilung des Klägers wehrte sich jedoch. Sie stellten die Wirksamkeit des Vertrauens auf „Kleingedrucktes“ und Nutzungsbedingungen in Frage, um Neunjährige von der Plattform fernzuhalten. Dieser Austausch verdeutlicht die anhaltende Spannung zwischen den festgelegten Regeln einer Plattform und der Realität, wie Kinder tatsächlich auf die digitale Welt zugreifen.

Nur noch zwei Giganten blieben vor Gericht

Ein wesentliches Detail in diesem Rechtsstreit ist die schrumpfende Liste der Angeklagten. Falls Sie es nicht wissen: Diese Klage richtete sich ursprünglich gegen mehrere Plattformen, darunter Snap und TikTok. Allerdings einigten sich beide bereits vor Prozessbeginn mit dem Kläger auf einen Vergleich. Damit bleiben Meta und YouTube (Google) die wichtigsten Namen, die derzeit vor Gericht gegen die Vorwürfe kämpfen.

Die Anwälte des Klägers behaupten, dass diese Unternehmen die Öffentlichkeit über die Sicherheit ihrer Dienstleistungen getäuscht hätten. Diesen Unternehmen war angeblich bewusst, dass bestimmte App-Funktionen so konzipiert waren, dass sie sich nachteilig auf die psychische Gesundheit jüngerer Zielgruppen auswirken könnten. Meta bestreitet diese Behauptungen jedoch. Das Unternehmen argumentiert, dass die Jury entscheiden muss, ob Instagram wirklich ein „wesentlicher Faktor“ in den Kämpfen des Einzelnen war.

Sucht vs. problematischer Konsum

Der Prozess brachte auch hochrangige Führungskräfte in den Zeugenstand, um über die Natur der sozialen Medien selbst zu diskutieren. Letzte Woche sagte Instagram-Chef Adam Mosseri über das Konzept der digitalen Sucht aus. Mosseri räumte ein, dass manche Menschen Instagram häufiger nutzen, als ihnen „gut gefällt“. Er argumentierte jedoch, dass dieser „problematische Gebrauch“ nicht dasselbe sei wie eine klinische Sucht. Laut Mosseri ist die Vorstellung, eine Plattform „zu oft“ zu nutzen, relativ und von Person zu Person unterschiedlich.

Dieser Fall in Los Angeles ist nur ein Teil eines viel größeren Puzzles. Gleichzeitig steht Meta in New Mexico vor einem Prozess wegen Kindersicherheit und Online-Raubtieren. Außerdem soll in diesem Sommer in Kalifornien ein weiterer großer Prozess beginnen.

Der Fokus all dieser Rechtsstreitigkeiten bleibt auf der Frage, ob es sich bei diesen Plattformen um von Natur aus gefährliche Produkte handelt oder ob die Verantwortung bei den Nutzern und ihren Familien liegt. Der Output kann möglicherweise die Zukunft von Social-Media-Plattformen für immer verändern.