AMD patcht zwei TPM-Sicherheitslücken, die sechs Ryzen-Generationen betreffen

Oscar

AMD hat eingeräumt, dass einer ihrer sensibelsten Bauteile, das Sicherheitsplattformmodul oder TPM, zwei Schwachstellen verbarg, die monatelang still behoben wurden. Das Unternehmen bestätigt, dass beide Fehler bereits mit Patchs versehen sind, auch wenn noch nicht alle Prozessoren sie erhalten haben.

Das TPM ist das Siliziumbauteil (bzw. Firmware, im Fall des fTPM, das AMD in seinen eigenen Chips integriert) dafür verantwortlich, Verschlüsselungsschlüssel zu speichern, den sicheren Start zu verwalten und Funktionen wie BitLocker oder die eigene Voraussetzung für die Installation von Windows 11 zu unterstützen. Dass dort etwas fehlschlägt, ist kein Kleinkram: Gelingt es einem Angreifer, das TPM zu manipulieren, kann er auf einen Schlag alle digitalen Signaturen und die darauf basierenden Verschlüsselungen gefährden.

Zwei CVEs mit Bewertungen von bis zu 8,5 von 10

Die Ursache des Problems liegt in einer Außerhalb des Speicherbereichs liegenden Leseoperation (bekannt als OOB, out-of-bounds), die in der Referenzimplementierung des TPM 2.0 vorhanden ist. Dieser Fehler ermöglichte das Senden schädlicher Befehle an das TPM selbst und im schlimmsten Fall dessen vollständige Ausführung zu umgehen. AMD hat den Fund unter zwei Identifikatoren katalogisiert: CVE-2026-6726 mit einem CVSS-Wert von 8,5 und CVE-2026-6727, etwas schwerwiegender mit 8,3. Beide Zahlen liegen in dem Bereich, den die Industrie als kritisch ansieht.

Bemerkenswert ist der Umfang der TPM-Schwachstelle. Sie beschränkt sich nicht auf eine Handvoll aktueller Modelle: Sie betrifft alle Desktop-CPU von AMD Ryzen von der Serie 3000 bis zur Serie 9000, praktisch das gesamte Spektrum, das in den letzten Jahren an AM4- und AM5-Sockeln eingesetzt wurde.

Im Juni 2025 hatte AMD bereits einen weiteren TPM-bezogenen Fehler korrigiert mittels des Mikrocode-Updates AGESA 1.2.0.3e, zuerst über das ASUS-BIOS für das Mainboard ROG Crosshair X870E Hero am AM5-Sockel verteilt. Dieser Patch behebt eine Lesezugriffsverletzung im fTPM, ebenfalls vom Trusted Computing Group entdeckt, jedoch auf die Chipsets der Serien 600 und 800 beschränkt.

Die Ryzen AI 300 und AI Max 300, die zuletzt an der Patch-Warteschlange stehen

Sicherheitsforscher von Intel waren es, die das Problem entdeckt haben und es an das Trusted Computing Group (TCG) sowie an ihr Vulnerability Response Team (VRT), die Organisation, die den TPM-Standard in der gesamten Branche überwacht, weitergaben. Seitdem hat AMD mit den Mainboard-Herstellern zusammengearbeitet, um BIOS-Aktualisierungen zu verteilen, die die Sicherheitslücke schließen.

Nach Angaben von AMD werden diese Aktualisierungen seit Mai verteilt, wobei einige Hersteller ihre ersten BIOS-Versionen bereits im Juni und Juli versandten. Der August-Patch, der jüngste, fehlte noch bei einer bestimmten Prozessoren-Gruppe: den Ryzen AI 300- und Ryzen AI 400-Modellen für Desktop- und Laptop-Systeme, zusammen mit der Ryzen AI Max 300-Serie, die im selben Monat ein Pluton-Sicherheitsupdate erhalten werden.

Warum eine TPM-Schwachstelle so schwerwiegend für die Systemsicherheit ist

Die Koordination zwischen den Intel-Forschern, dem TCG und AMD erklärt, dass die Meldung von Anfang an von einer Lösung begleitet sein würde, etwas, das bei einem so kritischen Baustein eher selten vorkommt. Ein kompromittiertes TPM gefährdet nicht nur die Festplattenverschlüsselung: Es öffnet auch die Tür für Angreifer, höhere Systemsrechte zu erlangen und Sicherheitselemente zu kompromittieren, wodurch genau das Hardware-Glied umgangen wird, das sie schützen soll. AMD betont, dass solche Fehler in der Hardware, die die Sicherheit moderner Systeme trägt, besonders heikel sind, da das TPM als letzte Barriere fungiert, bevor ein Angriff das Betriebssystem erreicht.

Für Besitzer eines Ryzen-Prozessors jener Generationen empfiehlt sich, zu prüfen, ob der Mainboard-Hersteller bereits das passende BIOS veröffentlicht hat und es zu installieren. Bei Systemen mit Ryzen AI 300, AI 400 oder AI Max 300 ist der Patch noch unterwegs, daher sollte man Updates der Firmware im August aufmerksam verfolgen.