ChatGPT-KI-Nutzer sind empört darüber, dass in Chats irrelevante Anzeigen erscheinen

Oscar

OpenAI sieht sich mit einer internen Debatte und einer Gegenreaktion der Benutzer über eine neue Funktion konfrontiert, die in ihrem beliebten KI-gestützten Chatbot ChatGPT das eindeutige Erscheinungsbild von Anzeigen aufweist. Benutzer, einschließlich derjenigen, die für das Premium-Pro-Abonnement zahlen, berichten, dass mitten im Gespräch unerwünschte Vorschläge für Dienste von Drittanbietern wie Peloton oder Target auftauchen. Berichten zufolge geschieht dies häufig in Kontexten, die überhaupt nichts mit Einkaufen oder Fitness zu tun haben. Das Verhalten lässt unweigerlich an stille Werbedurchsetzung denken.

Während Benutzer sie als Werbung bezeichnen, bestreitet OpenAI die Bezeichnung entschieden. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich bei diesen Eingabeaufforderungen lediglich um „App-Vorschläge“. Sie behaupten, dass diese Apps dazu gedacht sind, Benutzern dabei zu helfen, die seit ihrer DevDay-Veranstaltung eingeführten Drittanbieter-Integrationen zu entdecken und zu nutzen. Dienste von Einzelhändlern und Unternehmen wie Walmart, Zillow und Spotify können jetzt direkt mit der ChatGPT-Schnittstelle verknüpft werden.

Das Problem ist nicht die Existenz dieser Apps, sondern der scheinbar zufällige Zeitpunkt der Vorschläge. Ein zahlender Abonnent berichtete beispielsweise, dass er einen nicht verwandten Vorschlag gesehen habe, bei Target einzukaufen, als er ChatGPT nach Windows BitLocker fragte (berichtet von Mashable). Dieser Mangel an Gesprächsrelevanz schürt die Skepsis der Benutzer.

OpenAI bestreitet Behauptungen zur Anzeigenintegration

Ein OpenAI-Mitarbeiter reagierte schnell auf die Virusbeschwerden. Der Vertreter stellte klar, dass es „keine finanzielle Komponente„involviert, und das Unternehmen ist einfach“Iteration der Vorschläge und UX” um die Relevanz zu verbessern. Viele Nutzer sind jedoch weiterhin nicht überzeugt und argumentieren, dass, wenn eine Marke sich in einen nicht verwandten Chat einmischt, um zum Einkaufen anzuregen, dies der Lehrbuchdefinition einer Anzeige entspricht, unabhängig davon, wie das Unternehmen sie nennt.

Diese Kontroverse findet vor dem Hintergrund widersprüchlicher Berichte über die Geschäftsstrategie von OpenAI statt. CEO Sam Altman bezeichnete Werbung zuvor als „letzten Ausweg“ zur Monetarisierung der Plattform, die seit ihrem Start im Jahr 2022 werbefrei betrieben wird.

Das Unternehmen hat jedoch auch ein werbebasiertes Modell untersucht. Code, der auf „Anzeigenfunktionen“ verweist, ist sogar in einer Betaversion der ChatGPT-Android-App enthalten. Die Einführung dieser Funktion, unabhängig davon, ob sie als Anzeige oder als Vorschlag definiert ist, deutet auf einen wachsenden Bedarf an Monetarisierung hin. Schließlich sind diese generativen KI-Unternehmen mit hohen Bewertungen und Betriebskosten bestrebt, ihre Finanzen zu stabilisieren.

Die zentrale Herausforderung für OpenAI besteht darin, diesen Geschäftsbedarf mit dem Vertrauen der Benutzer in Einklang zu bringen. Wenn diese Vorschläge weiterhin zufällig auftauchen, besteht die Gefahr, dass das Unternehmen seine treueste Nutzerbasis verärgert. Dies könnte sie zu werbefreien Konkurrenten drängen, zu denen ironischerweise auch Google Gemini gehört.