Apple hat sich gegenüber der EU verpflichtet, die mobile Zahlungstechnologie von iPhones für Dritte zugänglich zu machen. Dies markiert das Ende einer vierjährigen Untersuchung gegen den Giganten aus Cupertino. Bald werden den Nutzern neben Apple Pay auch andere Optionen für mobile Geldbörsen zur Verfügung stehen.
Im Juni 2020 leitete die EU eine Untersuchung gegen Apple wegen der Bedingungen für die Integration von Zahlungsdiensten in Apple Pay ein. Ein paar Jahre später (2022) stellte die Agentur fest, dass Apple alternative Geldbörsen einschränkte und so Innovation und Optionen für Benutzer einschränkte. Grundsätzlich konnte nur Apple Pay auf die für mobile Zahlungen erforderliche Hardware (NFC) und Software auf den Geräten des Unternehmens zugreifen.
Mehrere Banken und konkurrierende Wallet-Entwickler haben sich bereits über die Situation beschwert. Schließlich waren sie gezwungen, ausschließlich eine von Apple kontrollierte Plattform zu verwenden, ohne dass es andere Alternativen gab. Dies gab Apple die Macht, Gebühren und Bedingungen festzulegen, ohne dass andere Konkurrenten etwas Besseres anbieten konnten.
Apple verpflichtet sich gegenüber der EU zur Öffnung seiner mobilen Zahlungstechnologie
Nun wurde die Situation endlich geklärt, denn Apple wird seine NFC-basierte mobile Zahlungstechnologie (auch „Tap-and-Go“ genannt) für Wallet-Konkurrenten öffnen. Margrethe Vestager, EU-Kartellamtschefin, zeigte sich zufrieden mit Apples Schritt. Sie sagte: „Von nun an kann Apple seine Kontrolle über das iPhone-Ökosystem nicht mehr dazu nutzen, andere mobile Wallets vom Markt fernzuhalten. Konkurrierende Wallet-Entwickler sowie Verbraucher werden von diesen Änderungen profitieren, da sie Innovation und Auswahl ermöglichen und gleichzeitig die Sicherheit der Zahlungen gewährleisten.“
Apples Zusage bedeutet, dass mobile Geldbörsen von Drittanbietern ohne Lizenzgebühren auf die NFC von iPhones zugreifen können. Auch auf die Face ID-Technologie zur biometrischen Überprüfung, die bei der Authentifizierung von Zahlungen von entscheidender Bedeutung ist. Darüber hinaus ermöglicht Apple den Benutzern, die standardmäßige mobile Geldbörse auf ihren Geräten auszuwählen. So können sie Apple Pay sogar vollständig ersetzen, wenn sie möchten.
Die Verpflichtung gilt für 10 Jahre; die EU wird wachsam bleiben
Apples Verpflichtungen gegenüber der EU gelten für 10 Jahre. Das Unternehmen hat bis zum 25. Juli Zeit, diese Verpflichtungen einzuhalten, andernfalls wird es mit einer Geldstrafe von bis zu 10 % seines gesamten jährlichen Bruttoumsatzes belegt. Die EU hatte Apple bereits wegen Nichteinhaltung des DMA angeklagt, indem sie verhinderte, dass einige Apps oder Dienste Benutzer auf andere Plattformen mit besseren Angeboten umleiteten.