Der KI-Boom hat Apple gerade seinen exklusiven Platz in der Chip-Reihe von TSMC gekostet

Oscar

Apple könnte seine privilegierte Stellung als wichtigster Kunde bei TSMC verlieren. Lange Zeit galt für die Beziehung zwischen diesen beiden Giganten nur die Regel, dass Apple am meisten zahlte, sodass Apple vor allen anderen die beste Technologie und die schnellsten Lieferungen erhielt. Der KI-Boom hat jedoch die Mathematik verändert. Berichten zufolge beendet TSMC die Sonderbehandlung – auch bekannt als Priority Shipment Status –, die sie mit Apple hatten, weil KI-Unternehmen jetzt mehr Geld für die Chipproduktion ausgeben als je zuvor.

Jüngste Branchenlecks deuten darauf hin, dass die Statusänderung bereits spürbare Auswirkungen hat. Berichten zufolge traf sich der CEO von TSMC, CC Wei, mit Apple-Führungskräften, um über die angeblich bedeutendste Preiserhöhung in der jüngeren Geschichte zu verhandeln. Die kommenden A20- und A20 Pro-Chips von Apple werden weiterhin den fortschrittlichen 2-nm-Prozess verwenden. Allerdings werden sie nicht mehr in den Genuss der „First-in-Line“-Privilegien kommen, auf die das Unternehmen seit über einem Jahrzehnt vertraut.

NVIDIA übernimmt: Apple ist nicht mehr das Lieblingskind bei TSMC

Der Grund für diese Abkehr von der Tradition ist einfach und in der Geschäftswelt bekannt: Geld. Derzeit hat NVIDIA Apple als größten Umsatzbringer von TSMC überholt. Da die Nachfrage nach KI-Hardware ein beispielloses Ausmaß erreicht, verlagert TSMC seinen Fokus auf die Kunden, die seine rekordverdächtigen Gewinne erzielen. Zum ersten Mal muss Apple das Rampenlicht mit den Giganten der KI-Welt teilen. Wenn wir über das begrenzte Angebot an 2-nm-Wafern sprechen, war dies die natürliche Folge.

Diese neue Realität treibt auch die Kosten in die Höhe. Branchenanalysten schätzen, dass der Preis für einen einzelnen A20-SoC für die iPhone 18-Serie auf etwa 280 US-Dollar steigen könnte. Ohne seinen „Sonderstatus“, der es vor Marktdruck schützt, sieht sich Apple mit den gleichen steigenden Kosten konfrontiert wie Qualcomm und MediaTek. TSMC übernimmt nicht mehr die Risiken und bietet keine geheimen Deals mehr an, die Apple einst einen massiven Wettbewerbsvorteil verschafften.

Derzeit investiert TSMC allein in diesem Jahr über 50 Milliarden US-Dollar in die Erweiterung seiner Kapazitäten. Aber diese Investition zielt eindeutig auf den KI-Boom ab. Es ist unwahrscheinlich, dass ein anderer Telefonhersteller einen Chip-Deal mit TSMC abschließen wird, der die Entfernung des Prioritätslieferungsstatus von Apple beinhaltet – zumindest in naher Zukunft.

Apple sichert sich immer noch eine enorme Produktionskapazität. Aber heute diktiert es nicht mehr die Bedingungen der Beziehung. Bis der Hunger nach KI-Chips gestillt wird, muss der iPhone-Hersteller als weiterer hochwertiger Kunde in einer immer dichter werdenden Schlange agieren.