Die USA entwickeln ein Portal für Benutzer zur Umgehung der europäischen Zensur

Oscar

Das US-Außenministerium entwickelt ein Online-Portal, das es Menschen in Europa und anderswo ermöglichen soll, Inhaltsverbote zu umgehen, berichtet Reuters unter Berufung auf mit dem Plan vertraute Quellen. Berichten zufolge kann der Inhalt angebliche Hassreden und terroristische Propaganda umfassen. Dies ist offenbar ein Versuch, der Zensur entgegenzuwirken.

Die USA starten möglicherweise ein Portal, um Inhaltsverbote in Europa und anderswo zu umgehen

Der Bericht stellt fest, dass das US-Außenministerium das Portal unter „freedom.gov“ hosten wird. Beamte hatten sogar darüber gesprochen, ein VPN (virtuelles privates Netzwerk) hinzuzufügen, um den Eindruck zu erwecken, dass der Benutzerverkehr aus den USA stammt. Außerdem wird hinzugefügt, dass die Benutzeraktivitäten auf der Website nicht verfolgt werden. Der Start dieses Portals sollte ursprünglich am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz letzte Woche erfolgen. Aber es wurde Berichten zufolge aus unbekannten Gründen verzögert. Reuters berichtet unter Berufung auf Quellen, dass Beamte des Außenministeriums Bedenken hinsichtlich der Pläne geäußert hätten.

In einer Erklärung gegenüber Reuters sagte ein Sprecher des Außenministeriums, Washington betreibe kein speziell auf Europa ausgerichtetes Programm zur Umgehung der Zensur. „Die digitale Freiheit hat für das Außenministerium jedoch Priorität, und dazu gehört auch die Verbreitung von Datenschutz- und Zensurumgehungstechnologien wie VPNs“, sagte der Sprecher.

Interessanterweise bestreitet der Sprecher jegliche Verzögerung bei der Ankündigung. Er sagte, es sei unzutreffend, dass Anwälte des Außenministeriums Bedenken geäußert hätten.

VPN-Unterstützung und kein Tracking

In den USA bietet die Verfassung einen umfassenden Schutz der freien Meinungsäußerung. Im Gegensatz dazu setzt die Europäische Union strengere Beschränkungen für Hassreden, terroristische Propaganda und bestimmte Formen schädlicher Desinformation durch. Die US-Beamten haben kritisiert, dass solche Regeln unverhältnismäßig auf rechte politische Stimmen abzielen. Sie haben behauptet, dass Regeln wie der Digital Services Act der EU und der britische Online Safety Act die freie Meinungsäußerung einschränken.

Im Dezember verschärften sich die Spannungen weiter, nachdem die EU-Regulierungsbehörden die Social-Media-Plattform Mittlerweile erließ allein Deutschland im Jahr 2024 482 Entfernungsanordnungen für Inhalte, die seiner Ansicht nach Terrorismus unterstützen oder dazu aufstacheln. Dies zwang die Plattformen, mehr als 16.000 Beiträge zu löschen.

In einem anderen Fall ordnete Metas Aufsichtsgremium die Entfernung von Beiträgen einer polnischen politischen Partei an, die eine rassistische Beleidigung verwendeten und Einwanderer als Vergewaltiger darstellten, eine Inhaltskategorie, die nach EU-Recht als illegale Hassrede gilt.