Apple musste im Vereinigten Königreich einen schweren Rückschlag hinnehmen, nachdem eines der regionalen Gerichte entschieden hatte, dass das Unternehmen seine marktbeherrschende Stellung auf dem App-Markt missbraucht hatte. Das Gericht befand Apple in einem Kartellverfahren für schuldig, Entwicklern im App Store unfaire Provisionen berechnet zu haben. Das Urteil könnte den Technologieriesen eine Entschädigung in Höhe von rund 2 Milliarden US-Dollar kosten.
Apple steht vor einer Kartellrechtsklage wegen App-Store-Provisionen in Großbritannien
Das Londoner Competition Appeal Tribunal (CAT) entschied, dass Apple seine marktbeherrschende Stellung zwischen 2015 und 2020 missbraucht habe, indem es den fairen Wettbewerb im App-Vertrieb blockierte und von den Entwicklern überhöhte Provisionen verlangte. Das Gericht fügte außerdem hinzu, dass der in Cupertino ansässige Riese Provisionen von bis zu 30 % anstelle der faireren 17,5 % verlangte.
Der schockierendste Teil des Urteils ist, dass das Gericht behauptet, Apple habe fast die Hälfte dieser zusätzlichen Kosten an die Verbraucher weitergegeben. Dies führte zu höheren App-Preisen im gesamten Ökosystem der Marke. Die Klage wurde von der britischen Akademikerin Rachael Kent angeführt. Sie argumentierte, dass Apple „übermäßige Gewinne“ gemacht habe, indem es jeden Aspekt des Verkaufs von Apps und der Bezahlung der Entwickler kontrolliert habe. Ihr Team schätzt den Schaden auf etwa 1,5 Milliarden Pfund (etwa 2 Milliarden US-Dollar).
Apple verspricht, Berufung einzulegen, da die Klage an Fahrt gewinnt
Apple hat das Urteil offiziell anerkannt und erklärt „stimme überhaupt nicht zu“ mit dem Urteil, es nennen „Eine fehlerhafte Sicht auf eine wettbewerbsorientierte und florierende App-Wirtschaft.“ Das Unternehmen hat außerdem bestätigt, dass es beabsichtigt, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Nächsten Monat soll eine weitere Anhörung stattfinden, um eine Möglichkeit zur Berechnung des Gesamtschadens zu finden.
Aber unabhängig davon zeigt dieser Fall, wie vielfältig und mächtig das britische Rechtssystem ist. In diesem Szenario ging es mit gutem Beispiel voran, indem es Verbrauchergruppen ermöglichte, gemeinsam ein mächtiges Unternehmen herauszufordern. Rachael Kent erklärte, dass das Urteil beweise „Kein Unternehmen, egal wie wohlhabend oder einflussreich, steht über dem Gesetz.“ Ähnliche Klagen sind auch gegen Microsoft, Google und Amazon wegen deren Entwicklergebühren geplant.