Im Android-Ökosystem braut sich ein großer Konflikt über die Zukunft der App-Verteilung zusammen. Google ist dabei, die Sicherheitsprüfung für die Installation externer APKs auf Android zu verschärfen. Allerdings versicherte das Unternehmen den Nutzern kürzlich, dass Sideloading – die Möglichkeit, Apps aus anderen Quellen als dem Google Play Store zu installieren –“geht nirgendwo hin.“ Allerdings hat das alternative App-Repository F-Droid diese Aussage öffentlich angefochten und Googles Zusicherungen zu den bevorstehenden Android-App-Sideloading-Verifizierungsregeln als „beschimpft“ bezeichnet.klar, prägnant und falsch.“
F-Droid sagt, dass Googles Versprechen, das Sideloading von Android-Apps beizubehalten, falsch ist
Der Kern des Streits liegt im neuen Entwicklerverifizierungssystem von Google. Diese Richtlinie verlangt von jedem App-Entwickler weltweit, seine Identität anhand behördlicher Dokumente zu überprüfen und Apps mit einem registrierten Google-Konto zu verknüpfen. F-Droid argumentiert, dass dieser Prozess zwar technisch gesehen das Sideloading am Leben halten könnte, ihm aber grundsätzlich die Freiheit und Offenheit nimmt.
F-Droid warnt davor, dass diese neue Anforderung praktisch alle unabhängigen App-Entwickler und alternativen Stores unter die einseitige Kontrolle von Google stellt. Wenn Google eine App nicht genehmigt, können Nutzer sie nicht installieren, unabhängig davon, wo sie die Datei erhalten haben.
Wie F-Droid es ausdrückt, kauften Verbraucher Android-Geräte in dem Glauben, sie seien eine offene Computerplattform, auf der sie ihre Software auswählen könnten. Ab dem nächsten Jahr könnte ein Betriebssystem-Update dieses Recht unwiderruflich blockieren. Dies führt dazu, dass Benutzer „Sie sind ihrem Urteil darüber ausgeliefert, welcher Software Sie vertrauen dürfen.“
Ein Namensproblem und Sicherheitsbedenken
Die F-Droid-Community hat auch Probleme mit dem Begriff „Sideloading“. Sie argumentieren, dass die Installation von Software unabhängig von der Quelle einfach als „Installieren“ bezeichnet werden sollte. Sie geben außerdem an, dass der Begriff „Sideloading“ geprägt wurde, um anzudeuten, dass der Prozess von Natur aus riskant oder unheimlich ist.
Google behauptet, die neue Richtlinie sei notwendig, um die Sicherheit zu erhöhen. Das Unternehmen zitierte eine Analyse, die angeblich ergab: „über 50-mal mehr Malware aus Quellen, die über das Internet geladen werden, als auf Apps, die über Google Play verfügbar sind.“
F-Droid entgegnet diesem Sicherheitsargument mit dem Hinweis auf aktuelle Nachrichten über groß angelegte Malware-Kampagnen und die Entfernung bösartiger Apps aus dem Google Play Store. Sie argumentieren, dass Google sich stattdessen auf die Verbesserung seiner eigenen Sicherheitsmaßnahmen konzentrieren sollte.
Was das für Benutzer und Ersteller bedeutet
Diese Richtlinie gilt für praktisch jedes Android-zertifizierte Gerät weltweit. Wir sprechen im Grunde von über 95 % des Marktes außerhalb Chinas. Es betrifft jeden, auch diejenigen, die konkurrierende Marktplätze wie den Samsung Galaxy Store nutzen.
Für Entwickler schwindet das Versprechen der „Offenheit“ von Android – ein wichtiger historischer Vorteil gegenüber dem iPhone-Ökosystem. Entwickler können eine App nicht mehr direkt erstellen und mit ihrer Community teilen, ohne sie zuvor zur Genehmigung durch Google einzureichen.
F-Droid warnt die Regulierungsbehörden, dass dieses System zu viel Energie zentralisiert. Es könnte die „digitale Souveränität“ an ein einzelnes, nicht rechenschaftspflichtiges Unternehmen abtreten. Die Plattform fordert sowohl Verbraucher als auch Entwickler auf, sich dafür einzusetzen, dass das Android-Ökosystem offen bleibt, um die Wahlmöglichkeiten der Benutzer und den Wettbewerb auf dem Markt aufrechtzuerhalten.