Apple durchlebt derzeit einen Sturm regulatorischer und öffentlicher Kontrolle. Die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) hat kürzlich eine formelle Warnung an CEO Tim Cook herausgegeben und darauf hingewiesen, dass die Kurationspraktiken des Apple News-Dienstes aufgrund angeblicher politischer Voreingenommenheit tatsächlich gegen Verbraucherschutzgesetze verstoßen könnten.
Die FTC warnt Tim Cook offiziell wegen der Kuratierung von Apple News
Das Media Research Center (MRC), eine konservative Überwachungsgruppe, hat die Warnung herausgegeben. Ihre Recherche umfasste 620 Geschichten, die im Januar 2026 auf Apple News veröffentlicht wurden. Ihren Erkenntnissen zufolge veröffentlichte die Plattform in diesem Zeitraum keinen einzigen Artikel aus rechtsgerichteten Medien in ihren prominenten „Morgenausgaben“. Stattdessen bevorzugte der Feed stark Veröffentlichungen, die als linksgerichtet oder zentristisch eingestuft wurden.
FTC-Vorsitzender Andrew Ferguson argumentiert, dass dieser Mangel an Vielfalt eine „wesentliche Unterlassung“ darstellen könnte. Er sagt, wenn die Leute von Cupertinos Technologieriese einen fairen oder neutralen Newsfeed erwarten, aber nur eine einseitige Auswahl erhalten, verstößt das Unternehmen möglicherweise gegen das FTC-Gesetz. Ferguson stellte klar, dass die FTC zwar nicht als „Sprachpolizei“ fungiert, aber sicherstellen muss, dass Unternehmen ihre Benutzer nicht über die Art ihrer Produkte irreführen.
Ein Reibungsmuster
Diese rechtliche Warnung kommt für Tim Cook zu einem komplizierten Zeitpunkt. Im vergangenen Jahr hat Cook aktiv versucht, eine positive Beziehung zum Weißen Haus aufrechtzuerhalten. Selbst bei offiziellen Veranstaltungen hatte er prominente Auftritte. Diese Bemühungen haben das Unternehmen jedoch nicht vor heftiger Kritik an seinen redaktionellen Entscheidungen und App-Store-Richtlinien bewahrt.
Intern steht Apple vor der Frage, wie seine menschlichen Redakteure und Algorithmen auswählen, welche Geschichten Millionen von Geräten erreichen. Apple behauptet, dass Benutzer ihre Feeds anpassen können, indem sie ihren Lieblingsthemen folgen. Die FTC hingegen fordert das Unternehmen nun auf, die Art und Weise, wie es Nachrichten kuratiert, vollständig zu überprüfen, um sicherzustellen, dass sie mit den öffentlichen Aussagen übereinstimmen.
Nicht das einzige Problem für Apple News
Über die politische Debatte hinaus kämpft die Plattform mit Gegenreaktionen anderer Art. Viele Leser haben sich in letzter Zeit über eine Verschlechterung der Gesamtqualität des App-Erlebnisses beschwert. Die Ursache des Problems scheint eine Partnerschaft mit Taboola zu sein, die den Newsfeed des Nutzers mit einer Menge minderwertiger, KI-generierter Werbung überschwemmt hat.
Diejenigen, die zuvor eine erstklassige, „saubere“ Leseumgebung genossen haben, scrollen jetzt an Anzeigen im „Clickbait“-Stil vorbei. Diese Verschiebung, kombiniert mit den neuen rechtlichen Drohungen der FTC, bringt Apple News in eine defensive Position. Das Unternehmen muss nun einen Weg finden, die Anforderungen der Bundesregulierungsbehörden zu erfüllen und gleichzeitig sein Werbeerlebnis zu verbessern, um seine riesige Nutzerbasis davon abzuhalten, woanders nach täglichen Informationen zu suchen.