Google Pixel Tag durchgesickert: Ovales Design hebt sich vom AirTag ab

Oscar

Google lässt seit Jahren zu, dass Samsung und Apple den Markt der Objekt-Tracker unter sich aufteilen, ohne selbst aktiv zu werden, obwohl es über ein Ortungsnetzwerk namens Find Hub verfügt, das theoretisch größer sein soll als das jeder Konkurrenz. Dieses Zögern scheint bald beendet zu werden. Ein Name, der seit Wochen isoliert im Umlauf war, der Google Pixel Tag, hat an Gewicht gewonnen dank einer Reihe von Handelslistings, die in mehreren Online-Shops aufgetaucht sind.

Bis jetzt war der Google Pixel Tag kaum mehr als eine lose Erwähnung in Filtrierungen im Zusammenhang mit der kommenden Pixel-11-Reihe. Es gab kein Bild, weder eine Modellnummer noch eine echte Bestätigung, dass das Projekt bald das Licht der Welt erblicken würde. Das hat sich plötzlich geändert: Mehrere Online-Listings führen das Gerät bereits mit Handelsnamen, Modellnummer und sogar offizieller Farbe auf, dazu gibt es auch ein erstes Bild des eigenen Trackers.

Ein Modell, eine Farbe und ein Bild, das nahezu alle Details bestätigt

Die in Umlauf geratenen Listings identifizieren das Gerät mit der Modellnummer GA12506, dem Handelsnamen „Google Pixel Tag“ und der Farbe „Fog Light„, eine Bezeichnung, die mit der von Google üblicherweise für die Farbtöne seiner Pixel-Produkte verwendeten Nomenklatur übereinstimmt. Hinzu kommt ein Bild des Tags selbst, das vor der offiziellen Vorstellung durchaus einen recht klaren Eindruck von seinem Design vermittelt.

Das von diesem Bild gezeigte Design bricht mit dem, was man bei solchen Accessoires gewöhnlich sieht. Die überwiegende Mehrheit der Tracker auf dem Markt setzt auf runde oder quadratische Formen, wie es beim Apple AirTag oder vielen Drittmodellen, die mit verschiedenen Ortungsnetzwerken kompatibel sind, der Fall ist. Der Google Pixel Tag hingegen setzt auf eine ovale Kontur, die laut den gefilterten Bildern an die Form eines Fitbit Air erinnert, wenn man das Armband abnehmen würde.

Ohne eigene Öse, wie beim AirTag

Es folgt demselben Weg, den Apple mit dem AirTag eingeschlagen hat, und zwingt die Nutzer dazu, auf Hüllen oder externes Zubehör zurückzugreifen, um den Tag an Schlüssel zu hängen, ihn in einer Geldbörse zu verstauen oder an einem Koffer zu befestigen. Es ist eine in dieser Produktkategorie übliche Designentscheidung, die ein saubereres Aussehen bevorzugt, dafür aber auf ein zusätzliches Zubehör für den alltäglichen Gebrauch angewiesen ist.

Zu den technischen Spezifikationen gibt es noch einiges zu klären. Es liegen bislang keine Informationen vor, ob der Google Pixel Tag Ultra-W Wideband (UWB) integrieren wird, eine Technologie, die bei anderen Trackern die Nahortung deutlich präziser macht als reines Bluetooth. Ebenso unklar ist, ob der Akku austauschbar sein wird, wie beim AirTag, oder ob Google stattdessen ein integriertes, wiederaufladbares Batteriesystem gewählt hat – eine Praxis, die bei anderen Pixel-Geräten häufiger anzutreffen ist.

Was das gefilterte Produktdatenblatt tatsächlich aussagt

Eines der entdeckten Listings enthält tatsächlich eine vollständige kommerzielle Produktbeschreibung, was dabei hilft, das Angebot für den Endverbraucher besser zu skizzieren. Laut diesem Text ist der Google Pixel Tag als eine kompakte und widerstandsfähige Lösung konzipiert, um Alltagsgegenstände wie Schlüssel, Brieftasche oder Gepäck nicht aus den Augen zu verlieren, wobei er sich auf das Find Hub-Netzwerk (die Weiterentwicklung von Find My Device) stützt, um den Standort des Objekts direkt vom Smartphone aus anzuzeigen.

Die Produktbeschreibung erwähnt außerdem, dass das Gerät über einen integrierten Lautsprecher verfügt, der die Suche erleichtert, wenn sich das verlorene Objekt in der Nähe befindet und man es durch einen Ton statt nur durch eine Positionsanzeige auf einer Karte finden möchte. Darüber hinaus betont der Text Googles Engagement für den Schutz von Privatsphäre und personenbezogenen Daten, die mit der Nutzung des Trackers verbunden sind – ein besonders sensibles Thema in einer Produktkategorie, die per Definition darauf abzielt, den Standort von Dingen (und indirekt auch von Personen, die sie tragen) zu verfolgen.

Ein Bestandteil, der gut in den Augustkalender passen würde

Der zeitliche Kontext spricht dafür, dass diese Enthüllung bald bestätigt wird. Google plant, am kommenden 12. August die Vorstellung der Pixel-11-Familie zu feiern, eine Veranstaltung, bei der das Unternehmen traditionell neben dem Haupt-Smartphone auch weitere Produkte seines Ökosystems wie Uhren, Kopfhörer oder Zubehör ankündigt. Dass der Google Pixel Tag als Überraschung auf genau dieser Veranstaltung erscheinen würde, würde dem Muster entsprechen, das Google bei früheren Launches verfolgt hat.

Dennoch lohnt es sich, dieser Möglichkeit mit Vorsicht zu begegnen. Die Tatsache, dass der Google Pixel Tag bisher nicht im Detail durchsickern konnte, anders als bei den Pixel-Smartphones, die typischerweise mit nahezu allen Details vorab zu ihren Präsentationen erscheinen, lässt offen, dass das endgültige Veröffentlichungsdatum nicht exakt mit dem Termin der Veranstaltung am 12. August übereinstimmen könnte.