Als Sie das letzte Mal Geld bei einer Bank abheben wollten, mussten Sie zum Schalter gehen und persönlich mit jemandem sprechen. Dann kamen Geldautomaten auf den Markt, die den Bedarf an menschlicher Interaktion verringerten, aber die Banken hören hier nicht auf. Einem Bericht der Financial Times zufolge werden Banken in Europa voraussichtlich 200.000 Arbeitsplätze abbauen, da KI die Macht übernimmt.
Banken streichen Arbeitsplätze zugunsten von KI
Wir können nicht sagen, dass diese Nachricht eine Überraschung ist. Wir beobachten, dass Banken zunehmend auf Technologie setzen. Beispielsweise führt der Aufstieg digitaler Banken bereits zu weniger Arbeitsplätzen im traditionellen Bankwesen, insbesondere da diese digitalen Banken keinen physischen Standort erfordern. Das bedeutet, dass kein Bankangestellter, Büroleiter, Sicherheitspersonal, Miete, Nebenkosten und Geldautomaten erforderlich sind.
Die Idee ist also, dass Banken zugunsten von KI noch mehr Stellen abbauen könnten? Ja, das kam nicht gerade aus dem linken Feld. Laut der Analyse von Morgan Stanley könnten bis 2030 mehr als 200.000 Bankarbeitsplätze in der EU verschwinden. Das entspricht etwa 10 % der Belegschaft von 35 großen Banken in der Region.
Backoffice-Abläufe, Risikomanagement und Compliance dürften die am stärksten betroffenen Berufe sein. Das wird auch kein reines EU-Problem sein. Auch Goldman Sachs hatte zuvor US-Mitarbeiter vor einem Stellenabbau und einem Einstellungsstopp bis Ende 2025 gewarnt.
Warum KI sinnvoll ist und welche Gefahren bestehen
Neben der Reduzierung der Geldbeträge, die Banken für Personal und Miete an ihren Standorten ausgeben müssen, gibt es noch weitere Gründe, warum Banken auf KI zurückgreifen. Am offensichtlichsten wäre die Effizienz.
Im Gegensatz zu Menschen, die Mittagspausen oder Urlaub machen müssen, kann KI rund um die Uhr arbeiten. KI kann auch viel schneller arbeiten und Datensätze und Tabellen in wenigen Minuten durchgehen. Minuten, für deren Bearbeitung sonst menschliche Stunden oder Tage gedauert hätten, sofern keine Fehler vorliegen. Dies erleichtert Banken die Beurteilung von Gutachten, Kreditanträgen und mehr.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass das System perfekt ist. Im Jahr 2025 wurde Deloitte Australia dabei erwischt, wie es KI nutzte, um einen Bericht für das Department of Employment and Workplace Relations (DEWR) zu erstellen. Dies wäre kein Problem gewesen, wenn die Erstellung des Berichts DEWR nicht 440.000 US-Dollar gekostet hätte. Oder wenn der Bericht nicht voller Fehler war. Dazu gehörten drei nicht vorhandene wissenschaftliche Referenzen und sogar ein erfundenes Zitat aus einem Urteil des Bundesgerichts.
Dies deutet darauf hin, dass die Automatisierung von Systemen mit KI zwar Vorteile bietet, die KI aber alles andere als perfekt ist und eine übermäßige Abhängigkeit am Ende mehr schaden als nützen könnte.