Anfang Februar warf Mozilla Microsoft vor, dunkle Muster zu verwenden, um Windows-Benutzer dazu zu bringen, den Edge-Browser zu installieren. Mozilla behauptete, der in Redmond ansässige Technologieriese würde Windows-Benutzern den Edge-Browser mithilfe einiger Designelemente aufzwingen. Diese Elemente drängen die Leute angeblich zu bestimmten Entscheidungen, wie zum Beispiel der Installation des Edge-Browsers.
Nun wird Microsoft erneut vorgeworfen, Benutzer durch falsche Praktiken dazu zu verleiten, den Edge-Browser zu installieren. Einem Bericht von The Register zufolge vermarktet Microsoft Edge an Benutzer seiner Defender-Sicherheitssuite mit einer ungewöhnlichen Aufforderung.
Microsoft bringt Benutzer seiner Defender-Sicherheitssuite dazu, Edge zu installieren
Dem Bericht zufolge verstärkt Microsoft offenbar die Vermarktung des Edge-Browsers bei Nutzern seiner Defender-Sicherheitssuite. Der jüngste Schritt des Unternehmens wurde kritisiert, weil er die Grenze zwischen „Beratung und Werbung“ verwischt. Die neue Aufforderung, Edge zu verwenden, wird angezeigt, wenn Benutzer der Defender-Sicherheitssuite in Chrome oder anderen Browsern auf Azure Functions zugreifen.
Die Aufforderung, Edge zu verwenden, soll wie eine Sicherheitsempfehlung wirken und nicht wie eine Werbung. „Es handelt sich sowohl um ein dunkles Muster in dem Sinne, dass Werbung als Sicherheitsfunktion getarnt wird, als auch in dem Sinne, dass Microsofts Marktposition bei der Enterprise-Sicherheitsplattform ausgenutzt wird, um den Browser-Anteil zu erhöhen“, heißt es in dem Bericht.
Die irreführende Aufforderung wirbt für das Tool „Browserschutz mit Microsoft Edge for Business“
Die irreführende Aufforderung führt Benutzer dazu, den firmeneigenen Edge-Browser zu installieren. Sie wirbt für eine Funktion namens „Browserschutz mit Microsoft Edge for Business“. Sie erscheint auf dem Bildschirm eindeutig als Sicherheitsempfehlung und nicht als Anzeige getarnt. Das Tool soll Unternehmensbenutzern dabei helfen, ihre persönlichen und geschäftlichen Browserprofile zu trennen, um die Informationen ihres Unternehmens zu schützen.
Es ist erwähnenswert, dass Administratoren die volle Kontrolle über das Erlebnis haben und diese Funktion ausschalten können. Die Empfehlung zur Verwendung von Edge ist jedoch in der Defender-Sicherheitssuite standardmäßig aktiviert.
Microsoft versucht intensiv, den Marktanteil des Edge-Browsers zu erhöhen. Laut Statcounter macht Edge im Juli 2024 weltweit fast 14 Prozent der Desktop-Browsersitzungen aus. Googles Chrome liegt mit rund 65 Prozent Marktanteil an der Spitze.
Auf Platz 3 liegt Apples Safari mit rund 9 Prozent der Nutzer. Mozillas Firefox hat einen Marktanteil von rund 7 Prozent.