Der Rechtsstreit zwischen Elon Musk und Sam Altman im KI-Bereich hat einen entscheidenden Wendepunkt erreicht. Ein Bundesrichter in Kalifornien wies eine Klage von Musks KI-Startup xAI ab, in der OpenAI beschuldigt wurde, KI-Geschäftsgeheimnisse gestohlen und Talente abgeworben zu haben. Die Macher von ChatGPT haben diese erste Runde des Rechtsstreits eindeutig gewonnen, obwohl der Rechtsstreit noch lange nicht vorbei ist.
Die US-Bezirksrichterin Rita F. Lin, die den Fall in San Francisco leitete, stellte einen entscheidenden Fehler in der Argumentation von xAI fest. Grundsätzlich fehlten dem Kläger Beweise, die OpenAI mit einem tatsächlichen Fehlverhalten in Verbindung bringen. Laut von Reuters gemeldeten Gerichtsdokumenten konzentrierte sich die Klage hauptsächlich auf die Handlungen von acht ehemaligen xAI-Mitarbeitern, die zu OpenAI wechselten. Der Richter wies jedoch darauf hin, dass xAI nicht nachweisen konnte, dass OpenAI selbst diese Personen angewiesen oder ermutigt habe, vertrauliche Informationen zu stehlen.
OpenAI gewinnt die Abweisung der Klage wegen Geschäftsgeheimnissen von xAI
In der Klage wurde behauptet, dass einige Mitarbeiter Quellcode im Zusammenhang mit dem Grok-Chatbot übernommen hätten. xAI behauptete außerdem, dass diese Mitarbeiter private Arbeitschats auf ihren persönlichen Geräten behalten hätten, nachdem sie Musks Unternehmen verlassen hatten. In einem konkreten Vorwurf wurde ein Mitarbeiter erwähnt, der nach seinem Beitritt zu OpenAI erfolglos versucht hatte, auf Informationen zur Rechenzentrumsoptimierung zuzugreifen.
Trotz dieser Behauptungen blieb Richter Lin standhaft. „Besonders fehlen Vorwürfe über das Verhalten von OpenAI selbst“, sagte sie. Im Wesentlichen stellte das Gericht fest, dass nur weil Mitarbeiter gleichzeitig von einem Unternehmen zu einem anderen wechselten, dies nicht bedeutete, dass ihr neuer Arbeitgeber sich verschworen hatte, Geheimnisse zu stehlen. Es gab auch keine Beweise dafür, dass die angeblich gestohlenen Daten jemals tatsächlich von OpenAI verwendet wurden.
Was kommt als nächstes?
Diese Entlassung bedeutet für xAI nicht das Ende des Weges. Der Richter gewährte dem Unternehmen „Änderungserlaubnis“, was bedeutet, dass es bis zum 17. März 2026 Zeit hat, eine geänderte Fassung der Klage mit konkreteren Beweisen erneut einzureichen.
In einer Stellungnahme auf X (ehemals Twitter) begrüßte OpenAI die Entscheidung. Das Unternehmen bezeichnete die Klage als „unbegründet“ und als Teil von Musks „andauernder Belästigungskampagne“. Auf der anderen Seite führt Musk gleichzeitig eine massive Multimilliarden-Dollar-Klage gegen OpenAI wegen dessen Umwandlung von einer gemeinnützigen zu einer gewinnorientierten Organisation. Der Schwurgerichtsprozess in diesem Fall wird voraussichtlich im April dieses Jahres beginnen.