Samsung und Qualcomm verzögern 2-Nanometer-Chip-Deal wegen eines Preisstreits

Oscar

Die Gespräche zwischen Samsung und Qualcomm über die Herstellung von 2-nm-Prozessoren ziehen sich aufgrund eines Preisstreits in die Länge. Informationen aus der südkoreanischen Industrie deuten darauf hin, dass die technischen Probleme, die frühere Vereinbarungen ausgebremst hatten, sich verringert haben, aber beide Unternehmen haben die kommerziellen Bedingungen noch nicht endgültig festgelegt.

Der Verzug lässt die Möglichkeit offen, die Produktion noch vor Ende 2026 zu beginnen. Die Verhandlungen könnten auf die nächste Prozessor-Generation verschoben werden, falls der aktuelle Zeitplan die Fertigung des Chips rechtzeitig für die Smartphones, für die er vorgesehen war, nicht mehr zulässt.

Qualcomm fordert Preisnachlass, den Samsung nicht akzeptiert

Qualcomm hatte verlangt, den von Samsung vorgeschlagenen Fertigungspreis zu senken. Die südkoreanische Foundry wäre nicht bereit, den Rabatt zu gewähren, teils weil das verhandelte Volumen nicht hoch genug wäre, um günstigere Konditionen zu kompensieren.

Samsung habe in den letzten Jahren Verträge mit aggressiven Preisen genutzt, um Kunden zu gewinnen und seine Fabriken auszulasten. Die spätere Einbindung von Unternehmen wie Tesla und Broadcom hätte ihm ermöglicht, die Rentabilität neuer Aufträge genauer zu prüfen.

Der Preis der Wafer ist besonders sensibel bei den fortschrittlichsten Knoten. Die Anlagen benötigen teure Lithografieausrüstung und Fertigungsprozesse, während jeder Kunde sein Design anpassen und validieren muss, bevor die Produktion beginnt. Ein geringes Volumen verteilt diese Kosten auf weniger Einheiten und begrenzt die Spielräume für Rabatte.

Qualcomm hat ebenfalls Gründe, eine zweite Quelle zu suchen. Das Unternehmen ist bei seinen fortschrittlichsten Prozessoren auf TSMC angewiesen, und eine Alternative könnte ihm eine größere Verhandlungsmacht, zusätzliche Verfügbarkeit und einen gewissen Schutz vor Problemen bieten, die sich bei einem einzigen Anbieter konzentrieren.

Nur weil Gespräche stattfinden, bedeutet das nicht, dass Qualcomm Samsung einen Teil seiner nächsten Snapdragon-Generation zuwiesen hat. Der Vertrag ist weiterhin nicht unterzeichnet und ebenfalls ist öffentlich nicht bestätigt, welches konkrete Modell von Samsung gefertigt würde.

Der 2-nm-Prozess dürfte die notwendige Stabilität erreicht haben

Die technische Lage scheint sich im Vergleich zu früheren Versuchen verbessert zu haben. Qualcomm nutzte bis 2021 Samsungs Fertigungen für High-End-Prozessoren, überführte seine wichtigsten Aufträge später jedoch zu TSMC, nachdem Leistungs- und Produktionsschwierigkeiten aufgetreten waren.

Aktuelle Informationen deuten darauf hin, dass der von Qualcomm bewertete 2-nm-Prozess ein ausreichendes Maß an Stabilität erreicht hat. Samsung setzt in dieser Generation GAA-Transistoren ein und hat die Varianten SF2 und SF2P, die auch mit künftigen Prozessore der Exynos-2600- und Exynos-2700-Reihe verbunden sind.

Positive Bewertungen dieser Entwürfe hätten dazu beigetragen, den technologischen Fortschritt zu belegen. Dennoch garantiert das Bestehen einer technischen Bewertung nicht, dass der Vertrag in Preis, Volumen, Energieverbrauch oder Lieferterminen wettbewerbsfähig ist.

Die Fertigungsleistung bleibt ein entscheidendes Kriterium. Ein niedriger Anteil funktionsfähiger Chips verteuert jede nutzbare Einheit, während eine Leistungssteigerung es ermöglicht, die Waferkosten auf eine größere Anzahl von Prozessoren zu verteilen. Die genauen von Samsung im Qualcomm-Projekt erzielten Zahlen wurden nicht veröffentlicht.

Der Zeitplan könnte das Abkommen bis 2027 verzögern

Smartphone-Prozessoren müssen rechtzeitig in die Produktion gehen, um Verpackung, Tests und die Integration in die Endgeräte abzuschließen. Eine ausgedehnte Verhandlungsphase kann den ursprünglich vorgesehenen Produktzeitplan scheitern lassen.

Branchenkreisen wird erwartet, dass die Fertigung bis 2027 verschoben wird oder direkt auf einen späteren Prozessor übergeht. TSMC soll bereits den Erstauftrag erhalten haben, sodass Samsung gegebenenfalls als zweite Foundry teilnehmen könnte, falls es letztendlich zu einer Einigung kommt.

Dieses Modell würde voraussetzen, dass das Design für beide Prozesse vorbereitet ist. Obwohl beide Standorte die kommerzielle Bezeichnung 2 nm verwenden, unterscheiden sich ihre Bibliotheken, physikalischen Regeln und elektrischen Eigenschaften. Qualcomm müsste jede Version separat validieren, verbunden mit dem entsprechenden Ingenieuraufwand.

Die Verhandlung zeigt, dass das aktuelle Hindernis in den wirtschaftlichen Bedingungen und dem Volumen liegt, während Samsungs Technologie positive Bewertungen erhalten hat. Noch fehlt die Unterschrift des Vertrags, die offizielle Prozessoridentifikation und ein Produktionsdatum.

Samsung und Qualcomm haben bisher kein öffentliches Abkommen zur Herstellung von 2-nm-Chips angekündigt. Die verfügbaren Informationen deuten darauf hin, dass die Gespräche fortgesetzt werden und dass der Preiskonflikt verhindern könnte, dass das Projekt 2026 in die Produktion geht.