Snap Inc. hat eine Social-Media-Klage wenige Tage vor dem geplanten Prozess beigelegt. In dem Fall wird behauptet, dass die Plattform die Sucht schürt und die psychische Gesundheit von Teenagern beeinträchtigt. Die Vereinbarung wurde vor einem kalifornischen Gericht in Los Angeles bekannt gegeben. Der Konsens beendet einen wichtigen Fall, während der umfassendere Rechtsstreit weitergeht. Das Ergebnis verhindert einen juristischen Showdown, der die Art und Weise, wie der Technologieriese seine Plattform betreibt, hätte verändern können.
Den Quellen zufolge wurde der Vergleich am Dienstag vor dem California Superior Court bekannt gegeben, nachdem ein 19-Jähriger namens KGM eine Klage eingereicht hatte. Aus den Klageunterlagen geht hervor, dass der Kläger argumentiert, dass die Algorithmen und Funktionen der App zwanghafte Nutzung fördern und die psychische Gesundheit ihrer Nutzer verschlechtern. Die Bedingungen wurden jedoch nicht veröffentlicht. Der Fall gewann bald an Popularität, da das Urteil die soziale Haftung der beteiligten Unternehmen hätte verändern können.
Darüber hinaus werden in der Klage auch Meta, YouTube und TikTok erwähnt. Mit diesen Unternehmen wurde noch keine Einigung erzielt. Vom Kläger zitierte interne Dokumente besagen, dass Mitarbeiter vor fast einem Jahrzehnt Bedenken hinsichtlich der psychischen Gesundheitsrisiken von Teenagern geäußert hatten. Das Unternehmen wies die Behauptungen zurück und bezeichnete sie als irreführend und selektiv. Sie argumentiert, dass die Beispiele aus dem Zusammenhang gerissen wurden und nicht ihre Gesamtbemühungen widerspiegeln, einen verantwortungsvollen Umgang zu fördern und den Benutzern Sicherheitstools zur Verfügung zu stellen.
Die Klage verweist auf Funktionen wie unendliches Scrollen, Autoplay-Video, Push-Benachrichtigungen und algorithmische Empfehlungen, die die Benutzer beschäftigen. Allerdings entgegnen die Unternehmen dem Argument mit der Behauptung, die Tools ähnelten redaktionellen Entscheidungen und seien geschützte Meinungsäußerung. Snap-Chef Evan Spiegel sollte als Zeuge aussagen, ein Moment, der als beispiellos angesehen wurde.
Die Auswahl der Geschworenen für die verbleibenden Angeklagten wird nächste Woche fortgesetzt, da gegen Meta, TikTok und YouTube noch Klagen erhoben werden. Es wird erwartet, dass Mark Zuckerberg, der CEO von Meta, erscheint. Sollte der Kläger den Fall gewinnen, würde das Urteil die Landschaft der sozialen Medien und die soziale Verantwortung der Unternehmen verändern.