Wegweisender Prozess beginnt: Meta und Google werden beschuldigt, süchtig machende Apps für Kinder entwickelt zu haben

Oscar

Diese Woche wird in einem Gerichtssaal in Los Angeles der Prozess eingeleitet, der die Technologiebranche möglicherweise für immer verändern wird. Eine Jury wird zum ersten Mal in einem Prozess darüber entscheiden, ob große Social-Media-Unternehmen wie Meta und Alphabet – die Muttergesellschaft von Google – ihre Plattformen so gestalten, dass sie für Kinder süchtig machen und den Werbeeinnahmen Vorrang vor der psychischen Gesundheit junger Nutzer geben.

Jury soll entscheiden, ob Social-Media-Algorithmen Kinder absichtlich süchtig machen

Dieser wegweisende Prozess konzentriert sich auf den Fall einer jungen Frau, die als KGM identifiziert wurde. Sie behauptet, dass der frühe Kontakt mit Instagram und YouTube zu einer schweren Sucht geführt habe, die zu Depressionen und Selbstmordgedanken geführt habe. Technologieunternehmen verlassen sich traditionell auf Abschnitt 230, um sich vor der Haftung für die Beiträge der Benutzer zu schützen. Vielleicht geht diese Klage jedoch vor diesem Hintergrund einen anderen Weg.

Anwälte greifen den Inhalt selbst nicht an. Stattdessen konzentrieren sie sich auf das Produktdesign. Sie behaupten, dass Unternehmen absichtlich ähnliche Funktionen wie Spielautomaten einbauen, um die Menschen dazu zu bringen, ihre Produkte häufiger zu nutzen. Die Kläger wollen Big Tech in ähnlicher Weise zur Verantwortung ziehen, wie sie in der Vergangenheit gegen die Tabakindustrie gekämpft haben, indem sie die Plattformen als fehlerhaft und süchtig machend bezeichneten.

Meta und Googles Standpunkte

Meta und Google weisen diese Vorwürfe entschieden zurück. Meta sagte, dass die psychische Gesundheit von Teenagern ein multifaktorielles Problem sei, das von der Schulsicherheit, dem akademischen Druck sowie sozialen und wirtschaftlichen Faktoren beeinflusst werde. Sie behaupten, dass die Schuldzuweisung an soziale Medien eine komplexe Krise, die Kliniker und Forscher immer noch untersuchen, zu stark vereinfacht.

Die Unternehmen bringen auch die Sicherheitstools und Kindersicherungen mit, die sie im Laufe der Jahre hinzugefügt haben. Mark Zuckerberg und andere Führungskräfte werden aussagen, wie ernst es ihnen mit der Sicherheit der Benutzer ist. Die Kläger sagen jedoch, dass diese Schutzmaßnahmen zweitrangig gegenüber einem Geschäftsmodell sind, bei dem Kinder ständig einbezogen werden müssen, um Einnahmen zu erzielen.

Der Prozess in Los Angeles ist ein wegweisender Fall, was bedeutet, dass er den Ton für Hunderte ähnlicher Klagen in den gesamten USA angeben wird. Der Druck nimmt jedoch weltweit zu. Andere Unternehmen wie TikTok und Snap haben ähnliche Ansprüche bereits für nicht genannte Beträge beigelegt, anstatt sich einer Jury zu stellen.

Die Welt beobachtet die Social-Media-Sucht bei jungen Menschen genau

Über den Gerichtssaal hinaus ergreifen Regierungen drastische gesetzgeberische Maßnahmen. Australien hat kürzlich ein Verbot für Benutzer unter 16 Jahren eingeführt, was zur Entfernung von Millionen von Konten führte. Frankreich hat ebenfalls eine Maßnahme zum Verbot sozialer Medien für Personen unter 15 Jahren genehmigt. Unterdessen debattiert das Vereinigte Königreich über ähnliche Beschränkungen, um Teenager vor übermäßiger Bildschirmzeit zu schützen.

Dieser Prozess könnte die Regeln für das Silicon Valley grundlegend verändern. Wenn eine Jury entscheidet, dass diese Plattformen so konzipiert sind, dass sie süchtig machen, könnte dies Unternehmen dazu zwingen, die Algorithmen abzuschaffen, die Menschen dazu bringen, weiterzuscrollen. Dies könnte das Ende der Art und Weise bedeuten, wie Social-Media-Unternehmen derzeit Geld verdienen.